Die Namensfrage ist gelöst: „Republik Nord Mazedonien“ Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Alexis Tsipras am Dienstagabend während seiner im Fernsehen übertragenen Botschaft an das griechische Volk. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt Ministerpräsident Alexis Tsipras am Dienstagabend während seiner im Fernsehen übertragenen Botschaft an das griechische Volk.

Es war ein zäher und langer Verhandlungsmarathon. Und lange Zeit hatte es den Anschein, als würde es keinen Durchbruch geben. Doch nun ist es plötzlich geschafft: Athen hat sich mit Skopje auf einen Kompromiss in der Namensfrage geeinigt.

Künftig heißt das Nachbarland am Vardar „Republik Nord Mazedonien“ bzw. „North Macedonia“ – im slawischen Dialekt, der dort gesprochen wird: „Severna Makedonija“. Einfach war die Paketlösung, die nach sieben Monaten intensiver Verhandlungszeit erzielt wurde, nicht. Beide Seiten mussten schwierige Schritte aufeinander zugehen. Griechenland hat vor allem akzeptiert, dass das Wort „Mazedonien“ im Namen vorkommt. Außerdem hat man anerkannt, dass die Sprache, die dort gesprochen ist, „mazedonisch“ ist und dass die Nationalität der dort lebenden Menschen ebenfalls „mazedonisch“ ist. Auch die Gegenseite musste große Hürden überwinden. Sie erkannte an, dass der künftige Staatsname „erga omnes“, also in allen Bereichen, sowohl innen- als außenpolitischer Natur, angewandt werden muss. Außerdem wird Skopje Verfassungsänderungen vornehmen. Damit soll der neue Staatsname ein für alle Mal festgelegt werden, zudem sollen sämtliche Passagen, die als irredentistisch interpretiert werden könnten, gestrichen werden. Zudem wird anerkannt, dass das Land am Vardar nicht Erbe des klassischen Makedoniens der Antike ist. 
Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras wandte sich nach dem Verhandlungserfolg am Dienstagabend in einer Fernsehansprache an sein Volk. Heute wird er den Vorsitzenden der Oppositionsparteien den kompletten Text der Vereinbarung mit dem Nachbarland zukommen lassen. Am Freitag soll eine Sondersitzung des griechischen Parlaments zu diesem Thema stattfinden. Kyriakos Mitsotakis, Vorsitzender der großen Opposition Nea Dimokratia, appellierte an Tsipras, die erzielte Vereinbarung nicht zu unterzeichnen.  In Anspielung auf die ablehnende Haltung des Juniorpartners im Kabinett Tsirpas – die rechtspopulistischen „Unabhängigen Griechen“ (ANEL) – sagte der Konservative: „Herr Tsipras ist politisch in keiner Weise legitimiert … eine derartige Vereinbarung zu unterzeichnen,  die noch nicht einmal die Unterstützung der eigenen Regierung genießt.“ Der Vorsitzende der ANEL Panos Kammenos, unter Tsipras im Amt des Verteidigungsministers, hat klargestellt, dass er gegen diese Vereinbarung im Parlament votieren wird. Gleichzeitig aber werde er die Regierung bis zum Ende der Legislaturperiode unterstützen. (Griechenland Zeitung / jh)

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