Weltflüchtlingstag: große Bedeutung auch für Griechenland

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Unser Foto (© Eurokinissi) entstand bei der Eröffnung der Ausstellung „Facing Prejudice“ im griechischen Parlament. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand bei der Eröffnung der Ausstellung „Facing Prejudice“ im griechischen Parlament.

Am Mittwoch (20.6.) ist auch in Griechenland der Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung gemeinsam mit dem Weltflüchtlingstag begangen worden. Eine entsprechende Veranstaltung dazu fand im Ministerium für Digitalpolitik, Telekommunikation und Information statt. Das Thema lautete: „Flüchtlingskrise: Herausforderungen von heute – Aussichten für morgen“.



Forderungen nach effektivem Asylsystem
Der Staatssekretär im Migrationsministerium Jannis Balafas stellte in einer Rede fest, dass man in Griechenland bisher mit „unvollkommener Infrastruktur“ und „unzureichenden personellen Ressourcen“ konfrontiert gewesen sei. Außerdem habe man auf diesem Gebiet „nur geringe Erfahrung“ gehabt. Nun habe sich in Griechenland „halbwegs eine Normalität“ beim Management für jene Menschen, die einen Asylantrag gestellt haben, eingestellt. Er übte Kritik an anderen Ländern der EU, „die sich verhalten, als ob sie dieses Problem nichts angehen würde“. Der EU warf er vor, „bis heute kein effektives Asylsystem“ erlassen zu haben. Es gebe nach wie vor Schwierigkeiten bei der Relokalisierung von Flüchtlingen, denen Asyl gewährt wurde in andere Staaten der EU sowie bei der Wiedervereinigung von Familien. Probleme gebe es auch nach wie vor bei der Repatriierung von Immigranten, die kein Recht auf Asyl haben sowie bei deren Rückführung in die Türkei, wie es im EU-Türkei-Pakt vorgesehen sei. Balafas stellte außerdem fest, dass keine endgültige Lösung für die Bekämpfung der Flüchtlings- und Migrationskrise in Sicht sei.

Beschulung und Gesundheitsbetreuung
Der Generalsekretär im Bildungsministerium Jorgos Angelopoulos nahm in seiner Rede besonderen Bezug auf die Flüchtlingskinder. Er erklärte, dass im laufenden Jahr 7.316 dieser Kinder in 1.000 Schulden landesweit unterrichtet worden sind.
Der Generalsekretär für Öffentliche Gesundheit Jannis Baskozos stellte fest, dass zwischen März 2016 und Mai 2018 109.846 Flüchtlinge und Immigranten im staatlichen Gesundheitssystem behandelt worden seien. Zwischen März 2016 und dem 15. Juni des laufenden Jahres seien zudem 87.800 Impfungen durchgeführt worden.

Ausstellung „Facing Prejudice“ im Parlament
Der Vertreter des UNHCR für Griechenland Philippe Leclerc zählte in seiner Rede auf, dass bis Ende 2017 68,5 Millionen Menschen notgedrungen ihre Heimat verlassen haben oder auf der Flucht gewesen sind. Er sprach sich für eine internationale Vereinbarung aus, um Abhilfe zu schaffen.  
Im griechischen Parlament wurde am Mittwoch eine Ausstellung zum Weltflüchtlingstag eingeweiht. Unter dem Titel „Facing Prejudice“ wurden Werke des Schweizer Fotografen Mark Henley ausgestellt.  

Elisa Hübel


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