Nach vier Monaten: griechische Soldaten noch immer in türkischer Haft Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) entstand Anfang März in Edirne, als Verwandte die beiden inhaftierten Militärs besuchen durften. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand Anfang März in Edirne, als Verwandte die beiden inhaftierten Militärs besuchen durften.

Die türkische Justiz hat am Dienstag zum fünften Mal in Folge die Freilassung zweier griechischer Soldaten abgelehnt. Diese befinden sich seit Anfang März in einem Hochsicherheitsgefängnis in der der türkischen Stadt Edirne (griechisch: Adrianoupolis). Vorgeworfen wird ihnen u. a. illegal ein militärisches Sperrgebiet betreten zu haben. Dafür könnte ihnen eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren drohen. Eine komplette Anklageschrift gegen die Soldaten liegt noch nicht vor. Die türkische Justiz erklärt, dass man noch immer damit beschäftigt sei, die Mobiltelefone der Haftinsassen bzw. die darauf gespeicherten Inhalte zu untersuchen. Ein erneuter Antrag auf Haftentlassung kann erst Ende August wieder gestellt werden.


Beim Verlassen des Gerichtssaales am Dienstag haben die Beiden erklärt, dass sie nicht den Vorsatz gehabt hätten, eine Straftat zu begehen. Kurz nach ihrer Inhaftierung im März hatten sie gesagt, aufgrund der schlechten Wetterlage den Grenzverlauf falsch eingeschätzt zu haben; in der Region herrschte damals Nebel. Beauftragt waren die beiden mit einer Patrouille zur Sicherung der griechischen Grenze am Evros.
Die griechische Regierung hatte damals noch gehofft, dass sich die Situation für die beiden Festgenommenen nach der Wiederwahl des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan im Juni deutlich verbessern würde. Dies scheint nun nicht der Fall. Erdogan hatte mehrfach die Freilassung der griechischen Soldaten mit der Auslieferung von acht türkischen Militärangehörigen in Verbindung gebracht, praktisch ein Austausch-Geschäft, was von Athen abgelehnt wird.
Die acht Türken hatten nach einem gescheiterten Putschversuch im Sommer 2016 mit einem Militärhubschrauber Zuflucht in Griechenland gesucht und dort um Asyl gebeten. Das Landeshöchstgericht, der Areopag, hat ihre Auslieferung ins Nachbarland ausdrücklich untersagt. (Griechenland Zeitung / eh)


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