Erste Reaktionen auf die Tsipras-Rede auf Ithaka

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Zur Rede des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras an das griechische Volk, die er auf der Insel Ithaka im Ionischen Meer gehalten hat, meldete sich als erste die Bewegung der Veränderung zu Wort. Pressesprecher Pavlos Christidis stellte fest, dass die Regierung auf unfaire Weise ein unnötiges Spar- und Reformprogramm (Memorandum) durchgesetzt habe. Dieses werde die griechische Bevölkerung „für viele Jahrzehnte“ bezahlen müssen, so Christidis.

Er bemängelte: „Im Gegenzug zu Odysseus, der es geschafft hat, ist Tsipras gescheitert.“ – Ithaka gilt bekanntlich als die Heimat des mythischen Helden Odysseus, die dieser nach langen Irrfahrten glücklich erreichte.
Die konservative Nea Dimokratia (ND) hatte bereits am Montag spöttisch mit einem Gedicht des bedeutenden griechischen Lyrikers Konstantinos Kavafis auf die Rede von Tsipras reagiert: „Ithaka hat dir eine schöne Reise gegeben. / Ohne diese wärest du nicht auf den Weg gekommen. / Aber nun hat es dir nichts mehr zu bieten.“

„Kataloge falscher Versprechungen“
Auch die liberale Partei To Potami äußerte sich kritisch: Die Griechen würden sich noch gut darin erinnern, welche Erklärungen Herr Tsipras zu Anfang der Krise abgegeben habe. „Sie erinnern sich an die unendlichen Kataloge falscher Versprechungen.“ Das war wohl eine Anspielung auf Tsipras-Äußerungen, bevor er Ende Januar 2015 Ministerpräsident wurde. Damals hatte er mehrfach erklärt, die mit den internationalen Geldgebern getroffenen Memoranden zu „zerreißen“. Eine klar erkennbare Kehrtwende vollzog er im Sommer 2015. Nach einer Volksbefragung, bei der sich mehr als sechs von zehn Griechen gegen die Fortsetzung der Sparpolitik aussprachen, hatte er plötzlich seinen Kurs geändert und ein weiteres Kredit- bzw. Spar- und Reformprogramm unterzeichnet. Nach Ansicht der konservativen ND soll diese Politik das Land eine Summe von bis zu 200 Mrd. Euro gekostet haben. (Griechenland Zeitung / eh)

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