Die Troika ist wieder in Athen: Griechenland trifft eigene Entscheidungen

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den griechischen Finanzminister Tsakalotos im Rahmen der Internationalen Messe Thessaloniki. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den griechischen Finanzminister Tsakalotos im Rahmen der Internationalen Messe Thessaloniki.

Griechenland steht seit dem 21. August zum ersten Mal seit acht Jahren wieder auf eigenen Beinen, was die Entscheidungen für die Durchsetzung von Reformen und Sparmaßnahmen angeht. Dennoch wollen die Inspektoren der internationalen Gläubiger vier Mal jährlich die Spar- und Reformfortschritte, die Athen erzielt hat, genau unter die Lupe nehmen.


Das erste dieser Treffen stand am Mittwoch (12.9.) auf dem Programm.
Im griechischen Justizministerium sind Declan Costello von der Europäischen Kommission, Peter Dolman vom Internationalen Währungsfonds, Francesco Drudi von der Europäischen Zentralbank sowie Nikola Tziamaroli vom Europäischen Stabilitätsmechanismus eingetroffen. Hier haben sie Gespräche mit Finanzminister Efklidis Tsakalotos sowie seinem Stellvertreter Jorgos Chouliarakis geführt. Geprüft werden sollten erzielte Fortschritte bei den Reformen des Bankensektors sowie das Voranschreiten der Versteigerung von Immobilien säumiger Kreditnehmer. In der kommenden Woche sollen 830 solcher Versteigerungen durchgeführt werden. Auf der dafür vorgesehenen elektronischen Plattform sind bereits 17.408 Immobilien gelistet, die ebenfalls unter den Hammer kommen sollen.
Ein weiteres Thema, über das die Inspektoren aufgeklärt werden wollen, ist, dass eine ab dem 1.1.2019 vorgesehene weitere Kürzung von Renten nicht in die Tat umgesetzt werden soll. Dafür hatte sich Ministerpräsident Alexis Tsipras ausgesprochen. Als Gegenleistung sollen einige „positive Maßnahmen“, die die Geldgeber Athen bereits zugesagt haben, nicht realisiert werden. Ein genauer Plan, wie das jedoch genau funktionieren soll, liege nicht vor.
Ein weiteres Treffen zwischen Tsakalotos und den Inspektoren ist für Freitag anberaumt. An diesem Tag werden die Vertreter der Troika voraussichtlich wieder abreisen. Am Mittwochnachmittag wollen sie sich mit Vertretern der griechischen Bankenvereinigung treffen. (Griechenland Zeitung / eh)


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