Ankara sorgt weiterhin für Spannungen in der Ägäis Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) ist im November 2011 auf der Ölplattform „Omiros“ entstanden. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) ist im November 2011 auf der Ölplattform „Omiros“ entstanden.

Die ohnehin angeschlagenen bilateralen Beziehungen zwischen Athen und Ankara trüben sich weiter ein. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Sonntag eine Art Ultimatum postuliert: „Wie werden es nicht erlauben, dass andere den natürlichen Reichtum des östlichen Mittelmeers nutzen“, stellte er fest. Die hinzugefügte Feststellung „unsere Schiffe zeugen von unserer Stärke“, wurde von vielen Griechen als eine unmissverständliche Drohung verstanden. Athen antwortete darauf, dass die Einhaltung des internationalen Rechtes der einzige Weg sei, um die Stabilität in der Region zu gewährleisten.


Einer der Hintergründe für die Äußerungen des türkischen Präsidenten, die im Rahmen der feierlichen Übergabe einer türkischen Fregatte erfolgen, ist die Tatsache, dass in der kommenden Woche die US-amerikanische ExxonMobil in Kooperation mit Qatar Petroleum mit der Suche nach fossilen Brennstoffen in der Ausschließlichen Wirtschaftszone Zypern (AOZ) beginnen will.
Um Präsenz zu zeigen ist Ankara seit einigen Tagen im östlichen Mittelmeer besonders aktiv. Ein türkisches Bohrschiff soll in der AOZ Zyperns mit Probebohrungen beginnen. Außerdem ist seit einigen Tagen das türkische Forschungsschiff „Barbaros“ zwischen dem östlichsten Teil des griechischen Festlandssockels und Zypern aktiv und soll voraussichtlich bis zum 1. Februar 2019 in der Region bleiben. Unlängst hatte der türkische Verteidigungsminister Hulusi Akar damit gedroht, dass man „jegliche Aktion in der Ägäis, dem östlichen Mittelmeer und Zypern, die sich gegen die Interessen der Türkei richten, nicht akzeptiert“. Akar hatte außerdem von einem „Kampf“ gesprochen, den man unter dem Namen „blaue Heimat“ führe. Er sprach von einer Seemacht, die als Hebel wirke, um Gewinne in der Außenpolitik durchzusetzen. (Griechenland Zeitung / eh)

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