BBC-Bericht bringt angebliche „mazedonische Minderheit“ ins Spiel

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Debatten über die Existenz einer angeblichen „mazedonischen Minderheit“ in Griechenland seien Schwachsinn. Das erklärte am Sonntag das Pressebüro des Ministerpräsidenten Alexis Tsipras.

Vorangegangen war eine mehrseitige Reportage im Internetauftritt des britischen Senders BBC. Unter dem Titel „Griechenlands unsichtbare Minderheit – die mazedonischen Slawen“ sorgte der Text in Hellas für ein Politikum. Anlass für die Reportage war die jüngst ratifizierte Umbenennung der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien in „Republik Nordmazedonien“. Hauptfigur im BBC-Text ist der 92jährige Herr Fokas. Seine Muttersprache sei „mazedonisch“, diese sei mit dem Bulgarischen eng verwandt und würde in dieser Region seit Jahrhunderten gesprochen, stellte er fest. In Griechenland sei diese Sprache während der Diktatur von Ioannis Metaxas (1936–1941) verboten worden und sie sei heute dem Untergang geweiht, so Fokas. BBC berichtete, dass bis zu 100.000 Mitglieder dieser slawo-mazedonischen Minderheit im Nordwesten Griechenlands leben würden; offiziellen Angaben zufolge handle es sich jedoch nur um bis zu 20.000 Personen.
Der konservative Oppositionschef Kyriakos Mitsotakis aus den Reihen der ND sah sich durch diesen Bericht in seinen Befürchtungen bestätigt, dass die Lösung der Namensfrage für Griechenland gefährlich sei.
Auch Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos meldete sich zu Wort. Er stellte fest, dass die Vereinbarung zwischen Athen und Skopje so eingesetzt werden müsste, dass keine Spur von Irredentismus bleibe. Alles andere behindere die europäische Perspektive Skopjes. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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