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Neues Unwetter in Griechenland: „Elias“ sorgt für schwere Schäden Tagesthema

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Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden bei Volos in Mittelgriechenland. Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden bei Volos in Mittelgriechenland.

Große Teile Mittelgriechenlands stehen erneut unter Wasser. Das aktuelle Unwetter „Elias“ soll teilweise noch verheerender als sein Vorgänger „Daniel“ gewesen sein. Letzteres war Anfang des Monats über das Land gezogen und kostete 17 Menschenleben.


Die mittelgriechische Stadt Volos soll Medienberichten derzeit eher einem See als einer Stadt gleichen. Etwa 80 Prozent der lokalen Haushalte habe zudem keinen elektrischen Strom. Bei Volos, aber auch bei Larissa und auf der Insel Euböa mussten aus Sicherheitsgründen ganze Dörfer evakuiert werden. Die Feuerwehr musste mehrere Personen aus Pkw befreien, die zum Teil bis zu neun Stunden in ihren Fahrzeugen festsaßen. In anderen Fällen wurden Fahrzeuge entweder von starken Wasserströmen mitgerissen oder unter Schutt und Schlamm begraben.

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Stadt unter Wasser

Vergleich zu „Daniel“
In Volos musste die Feuerwehr in etwa 800 Fällen ausrücken; vor allem mussten Kellerwohnungen ausgepumpt und gefährdete Personen in Sicherheit gebracht werden. Selbst der Keller des lokalen Krankenhauses stand unter Wasser. Bis Freitag bleiben Schulen in der Region geschlossen. Der Minister für Klimakrise und Zivilschutz Vassilis Kikilias ist vor Ort, um den Einsatz der Hilfs- und Rettungskräfte besser koordinieren zu können.
Im in der Nähe gelegenen Pilion-Gebirge sei die Situation in den Dörfern Chorto, Platania und Milina schlimmer als im Fall des Unwetters „Daniel“ gewesen, teilten Bürger vor Ort mit.

Vorbeugende Evakuierungen
Auch bei Karditsa und Farsala ist die Lage kritisch. Die Ortschaft in Achillio bei Farsala sowie Sotirio der Gemeinde Kileler wurden aus vorbeugenden Gründen evakuiert. Ähnlich sah die Situation in den Dörfern Sofiada und Petrilia (Fthiotida) aus. Bei Karditsa stand das Dorf Orfana der Gemeinde Palama regelrecht unter Wasser. Schwierig gestaltet sich zudem die Situation für die Dörfer, die in der Nähe der Nationalstraße zwischen Larissa und Volos liegen.

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In Volos

Gefährliche Wetterphänomene
Auf der Insel Euböa – der zweitgrößten des Landes – ist die Situation nicht besser: Die Straße zwischen Psachna und Mantoudi bleibt für den Verkehr gesperrt. Geschlossen bleiben am Donnerstag auch die Schulen in Psachna, Mantoudi, Agia Anna und Limni. Bürger in Asmini, Pefki, Artemisio und Gouves werden dazu aufgerufen, ihre Wohnungen aufgrund „gefährlicher“ Wetterphänomene nicht zu verlassen. Vielerorts hat das Wasser in der Umgebung eine Tiefe von 60 Zentimeter erreicht. Vor allem in der Region um Istiäa musste die Feuerwehr mehrere Personen in Sicherheit bringen. In der Ortschaft Rodies sind gleich drei Winterflüsse über die Ufer getreten.
Starke Regenfälle werden im Laufe des Tages in Magnisia, auf den Sporaden, dem Norden Euböas, Fthiotoda, Fokida sowie im Norden und Westen Böotiens erwartet.

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In der Nähe von Volos

Einsatz der Rettungskräfte
Allein in Magnisia sind etwa 280 Feuerwehrleute im Einsatz. Nach Larissa wurden 170 Feuerwehrleute und nach Karditsa 100 Feuerwehrleute abkommandiert. In Fthiotida und Trikala sind 130 bzw. 40 Männer und Frauen der Feuerwehr im Einsatz. Auf Euböa sind es 100 Feuerwehrleute. An den Rettungsarbeiten beteiligt sich auch das Militär.
„Elias“ hat auch in Distomo und in der dortigen Strandregion für erhebliche Sachschäden gesorgt; u. a. ist dort eine Brücke zerstört worden. Ein Teil des Dorfes Komma bei Lamia wurden evakuiert. Zu Schäden in Dörfern und landwirtschaftlichen Anbauflächen ist es zudem in Korinthia auf der Peloponnes gekommen. In Attika sind die Ortschaften Oropos und Kalamos von den starken Regenfällen betroffen. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

 

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