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Aufklärung eines Polizistenmordes: zahlreiche Verdächtige in U-Haft

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Mindestens zwölf Personen müssen als mutmaßliche Anstifter eines Polizistenmordes, der sich am 7. Dezember ereignete, in Untersuchungshaft. Gegen sie besteht zunächst der Verdacht, als Mitglieder einer kriminellen Organisation agiert zu haben. Darunter ist auch der vermeintliche Anführer der Fangemeinde von Olympiakos Piräus.

Gegen ihn wird außerdem wegen anderer Straftaten ermittelt, darunter Beteiligung an Messerstechereien. Einer der in U-Haft Eingewiesenen soll seinen permanenten Wohnsitz in Deutschland haben.
Insgesamt haben bisher 63 Personen ihre Aussagen zu Protokoll gegeben; die meisten kamen unter Auflagen wieder auf freien Fuß. Viele von ihnen werden sich wegen brutaler Übergriffe im Umfeld von Sportveranstaltungen, aber auch wegen anderer Straftaten wie Drogenhandel oder Waffenbesitz verantworten müssen.
Die Verdächtigen waren bereits am Dienstag voriger Woche (23.4.) der Staatsanwaltschaft vorgeführt worden. Vorangegangen waren aufeinander abgestimmte Großeinsätze der Polizei in mehreren Landesteilen.
Der Mord an dem Polizisten hatte sich im Dezember des vorigen Jahres vor einem Sportstadion im Athener Stadtteil Renti ereignet, wo ein Volleyballspiel stattfand. Hooligans feuerten eine Signalrakete für Seenotfälle auf das Opfer ab; der Beamte erlag später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen. Seit diesem tragischen Vorfall versucht die Regierung verschärft, die Fangewalt im Land einzudämmen.
Der vermutliche Mörder, der die Rakete abgefeuert haben soll, kam nach seiner Aussage vor der Staatsanwaltschaft ebenfalls auf freien Fuß. Er hatte erklärt, dass ihm die Signalrakete in die Hand gedrückt worden sei; er habe niemanden töten wollen. Die laufenden Ermittlungen gehen dem Verdacht nach, dass Hooligans regelrecht rekrutiert wurden, um gezielt derartige Straftaten durchführen zu können. Bisherigen Erkenntnissen zufolge könnten mehr als 150 Personen in den Fall verwickelt sein, viele sollen auch bei anderen Fällen von Sport- und Fangewalt auffällig geworden sein. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

 

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