Vertreter der Landwirte und der Regierung treffen sich am Dienstag, um über eine mögliche Beendigung anhaltender Bauernproteste zu beraten. Landesweit beteiligen sich Tausende an Straßenblockaden, um Subventionen, niedrigere Produktionskosten und Änderungen des gesetzlichen Rahmens zu fordern. Von der Opposition werden die Proteste unterstützt.
Politik und Gesellschaft blicken gespannt auf den Dienstag (13.1.), dann wollen sich Vertreter der Landwirte und der Regierung an einen Tisch setzen, um angesichts der anhaltenden Proteste der griechischen Landwirte möglichst schnell einen Konsens zu finden.
Ein ursprünglicher Vorschlag, wonach sich insgesamt 35 Vertreter der Landwirte mit Premierminister Kyriakos Mitsotakis und weiteren Regierungsmitglieder treffen sollten, wurde seitens der Regierung abgelehnt. Argumentiert wurde damit, dass man aus räumlichen Gründen zwei Treffen mit jeweils bis zu 20 Vertretern der Bauern anbieten könne. Die Landwirte boten folgenden Gegenvorschlag an: Ein Treffen mit 25 Bauern und ein weiteres Treffen mit zehn Vertretern der Fischer, Viehzüchter und Imker.
Zudem wurde die Befürchtung zum Ausdruck gebracht, dass die Regierung versuchen könnte, jene Landwirte mit an den Gesprächstisch zu holen, die sich nicht an den Protestaktionen und Straßenblockaden der vergangenen Wochen beteiligt haben.
Landesweit sind es tausende Landwirte, die auf den Barrikaden sind: Man spricht von Protest-Gruppierungen. Mit Blockaden, vor allem auf Nationalstraßen, fordern sie u. a. Subventionen, eine Senkung der Produktionskosten, Entschädigungszahlungen und Änderungen des gesetzlichen Rahmens. Im Vordergrund steht außerdem das Mercosur-Handelsabkommen, indessen Folge ein unlauterer Wettbewerb mit Bauern Lateinamerikas befürchtet wird.
Sollte es am Dienstag zu keiner Einigung mit der Regierung kommen, so ziehen die Gewerkschafter in Betracht, Griechenland mit ihren Traktoren völlig abzuriegeln oder mit ihren Agrarfahrzeugen bis ins Zentrum der griechischen Hauptstadt Athen zu fahren.
Unterstützung erhalten die Gewerkschafter von den Oppositionsparteien. Das Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) etwa wirft der Regierung vor, die landwirtschaftliche Bewegung zu spalten und den Landwirten gegenüber „nicht ehrlich“ zu sein. Regierungssprecher Pavlos Marinakis machte am Montagmittag gegenüber den politischen Korrespondenten die Position deutlich, dass die Regierung und der Ministerpräsident nicht unter dem Druck von „Ultimaten“ agieren könnten. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)