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Ex-Premier Tsipras will mit seiner Partei ELAS einen neuen Faden aufnehmen Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den Gründer der Partei ELAS bei einer politischen Veranstaltung Mitte Juni im Kreise potentieller Wähler. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den Gründer der Partei ELAS bei einer politischen Veranstaltung Mitte Juni im Kreise potentieller Wähler.

Der frühere Ministerpräsident Alexis Tsipras (2025-2019) möchte mit seiner kürzlich gegründeten Partei Griechische Linke Allianz (ELAS) bei den kommenden Parlamentswahlen als stärkste politische Kraft abschneiden, um eine Regierung zu bilden.

Das machte er am Donnerstag (25.6.) in einem Interview gegenüber dem privaten TV-Sender Alpha deutlich; es war das erste Interview, das er nach der Parteigründung gewährte. Gleichzeitig er einer möglichen Zusammenarbeit mit anderen Parteien des Spektrums Mitte-Links vor dem Urnengang eine Absage. Nach dem angepeilten Wahlsieg wolle er eventuelle Koalitionen nicht ausschließen, Basis für eine solche Option müsse aber auf jeden Fall das Programm der ELAS sein. Sollte eine Regierungsbildung im ersten Wahldurchlauf nicht möglich sein, werde er einen klaren Regierungsauftrag durch einen zweiten Urnengang anstreben.
Seiner Meinung nach müsse eine sehr große Lücke im politischen System geschlossen werden. Dies betreffe das fortschrittliche Lager im weiteren Sinne. Diese Überlegung habe ihn schließlich zur Gründung der ELAS veranlasst. Tsipras vertrat außerdem die Ansicht, dass die konservative Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) in den letzten drei Jahren das politische Geschehen „ohne eine starke Opposition beherrschte“. Das sei weder für die Demokratie, noch für das politische System und auch für die Regierung selbst nicht gut. Die ND sei dadurch nur „arroganter“ geworden, so die Einschätzung des ELAS-Chefs.
Mit Blick auf das Linksbündnis SYRIZA, dessen Vorsitzender er von 2008 bis Juni 2023 war, und mit dem er Griechenland über viereinhalb Jahre bis Sommer 2019 regierte, sprach er von einem „abgeschlossenen historischen Zyklus“. Er habe dein Eindruck gewonnen, dass damit auch für ihn persönlich ein großer politischer Kreis vollendet worden sei. Er werde den Faden nicht wieder dort aufnehmen, wo er ihn losgelassen habe, stellte er charakteristisch fest. Genau aus diesem Grund habe er mit der ELAS „eine neue Partei mit neuen Gesichtern“ ins Leben gerufen. Die Werte, denen er sich dabei verschrieben habe, seien die gleichen, aber mit einer anderen Auffassung, wie man Politik machen müsse. Sein Ziel sei es nun, Kräfte im weiteren politischen Raum zu gewinnen, „nicht nur links der Linken“, wie er es ausdrückt, sondern in einem „breiteren Bereich“.
Rückblicken auf seine Amtszeit als Regierungschef konstatierte er, dass dies eine sehr schwierige Amtszeit gewesen sei; man werfe ihm Fehler vor, aber keine Unehrlichkeit.

(Griechenland Zeitung / Jan Hübel)

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