Eine Hitzewelle, die sich über ganz Griechenland ausbreitete, erreichte am Mittwoch (22.7) ihren Höhepunkt. In Teilen Thessaliens, Mittelgriechenlands und auf der östlichen Peloponnes wurden Höchsttemperaturen von bis zu 43 Grad Celsius gemessen.
In Attika stiegen die Temperaturen vielerorts auf 40 bis 42 Grad Celsius. Parallel warnte der Zivilschutz vor einer extremen Waldbrandgefahr. Für Attika galt die höchste Warnstufe 5 („Alarmzustand“). Der Minister für Klimakrisen- und Zivilschutz, Jannis Kefalogiannis, erklärte, die Wetterlage erinnere an jene Bedingungen, die vor den verheerenden Waldbränden von Mati im Juli 2018 geherrscht hätten. Damals kamen in einem Feuerinferno in diesem Küstenort in Nordost-Attika mindestens 104 Menschen ums Leben; Dutzende wurden schwer verletzt.
Die jetzige Hitzewelle machte vor allem den Menschen in den Städten stark zu schaffen. Die aufgeheizte Infrastruktur verschärfte die Lage: In Attika wurden auf Asphaltflächen Temperaturen von über 60 Grad Celsius gemessen, auf Haus- und Autodächern sogar Oberflächentemperaturen von mehr als 75 Grad Celsius. Angesichts der extremen Wetterlage galt am Mittwoch zwischen 13.00 und 17.00 Uhr ein verpflichtender Arbeitsstopp für körperlich belastende Tätigkeiten im Freien. Betroffen waren Attika, Thessalien, die östliche Peloponnes sowie Ostmittelgriechenland. Die Regelung galt unter anderem für Baustellen, Werften, Steinbrüche sowie Lieferdienste. Verstöße konnten mit einem Bußgeld von 2.000 Euro pro betroffenen Arbeitnehmer geahndet werden. Der Arbeitsstopp war vorgeschrieben für Fälle, in denen die Lufttemperatur mehr als 40 Grad Celsius bei einer Luftfeuchtigkeit von mindestens 20 Prozent oder mehr als 42 Grad bei mindestens 14 Prozent Luftfeuchtigkeit erreichte. Gleiches galt bei einem bioklimatischen Hitzeindex (WBGT) von über 32,2. Kritik gab es vor allem am Zeitpunkt dieser Anordnung. Das griechische Arbeitsministerium veröffentlichte das entsprechende Rundschreiben erst am Dienstagabend (21. Juli) gegen 19.30 Uhr – nur wenige Stunden vor seinem Inkrafttreten. Gewerkschaften bemängelten, dass Arbeitnehmer bei Hitzewellen weiterhin nur durch kurzfristige Rundschreiben statt durch dauerhaft gesetzlich geregelte Schutzmaßnahmen abgesichert würden.
(Griechenland Zeitung / Elisa Warwas)