Griechenland will religiöse Monumente touristisch stärker nutzen Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) die atemberaubenden Meteora-Klöster Unser Foto (© Eurokinissi) die atemberaubenden Meteora-Klöster

Das griechische Tourismusministerium und die Kirche von Griechenland wollen die christlichen Monumente des Landes international stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken, um den religiös motivierten Tourismus zu fördern.

Wie Minister Charis Theocharis der Athener Nachrichtenagentur ANA-MPA am Montag mitteilte, handelt es sich um einen Markt mit weltweit rund 300 Millionen Touristen, die zu verschiedenen Stätten von religiösem Interesse pilgern. Griechenland sei reich an solchen Denkmälern wie historischen Klöstern, die außer ihrer religiösen Bedeutung auch architektonisch und historisch äußerst attraktiv seien.

Auf den Spuren von Paulus

Der Leiter des Büros für Pilgerfahrten der Kirche von Griechenland, Archimandrit Spyridon Katramados, ging auf die Initiativen der Kirche zur Förderung dieses Sektors ein, sobald die Corona-Beschränkungen dies zuließen. Unter anderem hat die Kirche eine dreisprachige Ausgabe mit dem Titel „Eine Reise von 2000 Jahren im Lichte der Christenheit“ sowie erstmals eine Pilgerreisekarte von Griechenland aufgelegt. Eine zweite Initiative betreffe die Katalogisierung von Produkten, die in griechischen Klöstern erzeugt werden. Außerdem versuche man, die Klöster durch Pilgerbesuche aus dem Inland zu stützen. Griechenland hat in der Tat einige besonders wichtige christliche Monumente zu bieten, die vor allem für orthodoxe Pilger, etwa aus Russland oder Serbien, von Interesse sein dürften. An der Spitze steht natürlich die Mönchsrepublik Athos in Nordgriechenland, die allerdings nur von Männern besucht werden darf. Von eher kunsthistorischem Interesse sind die wichtigen byzantinischen Monumente in Thessaloniki, das mit der Demetrios-Basilika aber auch ein bedeutendes Pilgerziel aufweist und vor allem eine wichtige Station auf einer Reise auf den Spuren des Apostels Paulus ist. Paulusreisen sind übrigens auch für Angehörige anderer christlicher Konfessionen ein wichtiger Grund, Griechenland zu besuchen. Der griechische Paulusweg umfasst außer Thessaloniki die Städte Philippi, Veria (Beröa) und andere Orte in Makedonien sowie Athen und Korinth.

Die „schwebenden“ Klöster

Zu den christlichen Spitzenmonumenten in Nordgriechenland gehören
außerdem die atemberaubenden Meteora- Klöster an der Grenze von Thessalien zu Makedonien. Im Süden des Landes ist vor allem die „Heilige Insel“ Patmos zu nennen, wo Johannes der Evangelist seine apokalyptische Vision vom Weltende hatte und niederschrieb. Aus rein religiöser Sicht spielen auch Patras mit der Reliquie des Heiligen Andreas und Heraklion auf Kreta mit der Reliquie des Heiligen Titus eine wichtige Rolle; für kunsthistorisch Interessierte ist die byzantinische Ruinenstadt Mystras bei Sparta ein Top-Reiseziel. (GZak)

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