Trübe Stimmung im Wonnemonat August in Griechenland Tagesthema

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Trübe Stimmung im Wonnemonat August in Griechenland

Die Wirtschaftslage in Griechenland spitzt sich weiter zu. Die Athener Börse (XAA) erlebte Anfang der Woche ihren heftigsten Kursverlust seit dem Jahre 1957. Man spricht von einem „Schwarzen Montag“.

Nachdem die Börse 25 Tage geschlossen war, schloss der Generalindex am ersten Öffnungstag mit 16,23 % im Minus. Dahinter steht ein Wertverlust von 8 Mrd. Euro. Besonders betroffen waren die Banken, die fast ein Drittel einbüßten. Geschlossen worden war die XAA parallel zu den Kapitalverkehrskontrollen („capital controls“) Ende Juni, was mit einer mehrwöchigen Schließung der Banken einherging. Letztere wiederum zog auch den Handel stark in Mitleidenschaft. 9 von 10 Unternehmen registrieren fallende Umsätze; bei 3 von 10 beliefen sich diese auf mehr als 70 %. Insgesamt ging der Konsum um etwa 50 % zurück, so der Verband der griechischen Händler.
Eine Eintrübung des Wirtschaftsklimas konstatiert auch das Institut für Wirtschafts- und Industrieforschung (IOBE). Der Wirtschaftsindex sank demnach im Juli auf 81,3 Zähler. Das ist der Tiefstwert seit Oktober 2012. Noch im Juni lag dieser Index bei 90,7. Bei den Oppositionsparteien stößt diese negative Entwicklung auf scharfe Kritik. Der Fraktionssprecher der konservativen Nea Dimokratia (ND), Adonis Georgiadis, verglich die gegenwärtige Lage mit der „biblischen Katastrophe“, die das Pharaonenreich im alten Ägypten erschütterte. Der griechische Staat, so sagte er, habe in sechs Monaten Regierungszeit 30 Mrd. Euro eingebüßt. Davon könne man „mindestens dreimal Olympische Spiele finanzieren“, die 2004 in Athen durchgeführt wurden. Sie kosteten 9 Mrd. Euro. Stavros Theodorakis, Vorsitzender der liberalen „To Potami“, konstatierte: „Die Wirtschaft wird niedergerissen, und in der Regierung kümmern sie sich nur um ihre Partei.“ Unter Berufung auf die IOBE-Studie stellte der Potami-Chef fest, dass die Ökonomie des Landes in den kommenden 12 Monaten einen weiteren Rückgang erleben werde. Bereits August werden – rückwirkend –
weitere Rentenkürzungen vorgenommen, indem die Beiträge für die Sozialversicherung (IKA) um 2 % angehoben werden. Basis dafür ist die Höhe der Renten im Jahre 2010, das heißt vor den Kürzungen, die sich seither auf etwa 40 % belaufen. (Griechenland Zeitung / jh, Foto: © Eurokinissi)

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