Griechenlands Exportwirtschaft: gewachsen trotz der Krise

Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt eine Baumwollfarm in Mittelgriechenland. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt eine Baumwollfarm in Mittelgriechenland.

Die Industrie- und Handelskammer Athens (EVEA) hat eine Studie über die am meisten konkurrierenden Exportprodukte Griechenlands veröffentlicht. Dazu zählen etwa Fisch, Obst und Baumwolle. Der größte Teil der Ausfuhren liegt in den Händen weniger großer Unternehmen.

273 Unternehmen bestreiten die Hälfte der griechischen Exporte; die fünf größten davon wiederum wickeln etwas mehr als ein Viertel ab (25,9 %). Global betrachtet allerdings fällt dieses Pensum kaum ins Gewicht: Griechenlands Ausfuhren machen gerade einmal 0,18 % des Welthandels aus.
Zu diesem Schluss kommt die Industrie- und Handelskammer Athen (EVEA), die eine entsprechende Studie über die Exportprodukte des Landes bekannt gegeben hat. Auf Platz eins liegt der Auslandsverkauf von Fischen: 2017 betrug ihr Exportwert 660 Millionen Euro. Hauptkäufer war mit 38,5 % Italien. Weltweit gesehen nahmen Fische aus Griechenland 0,63 % der Ausfuhren in dieser Kategorie ein.

Früchte, Tabak und Co.
Auf Platz zwei folgen Früchte im Wert von 848 Millionen Euro, die vor allem nach Deutschland, Rumänien und Italien gingen (global betrachtet: 0,80 % in dieser Kategorie). Pflanzenharze und Pflanzenextrakte erreichen zwar nur einen Umfang von 13 Millionen Euro; sie liegen aber mit 0,22 % der weltweiten Exporte immerhin auf Platz drei der nationalen Liste.
Öle und Fette pflanzlichen und tierischen Ursprungs machen die viertstärkste Kategorie der konkurrierenden Exportprodukte mit einem Wert von 593 Millionen Euro aus. Auf Platz fünf kommen Präparate von Obst und Gemüse; Hauptkäufer sind die USA und Deutschland.
Auch die Tabakproduktion mischt weiter mit: 1,2 % des weltweiten Exports von Tabak stammt aus Griechenland. Mit 484 Millionen Euro nimmt diese Branche Platz sechs auf der EVEA-Liste ein.
Platz sieben hält die Branche Salz, Steine, Asbest und Ziment. Platz acht wiederum geht an die Pelzindustrie: 2,9 % der weltweiten Verkäufe stammen aus Griechenland. Allerdings wurde hier in den vergangenen zehn Jahren ein Rückgang von 19,1 % registriert.
Der Wert der Exporte von Baumwolle (Platz 9) betrug 2017 etwa 400 Millionen Euro und deckte 0,8 % des internationalen Marktes. Dieses Produkt geht vor allem in Länder, die preiswerte Kleidung produzieren: Türkei, Ägypten, Indonesien, Pakistan und Bangladesch.
Die Liste endet mit der Kategorie Spezialgarne, Schnüre und Seile (Platz 10) sowie mit Kupfer und Aluminium (Platz 11 und 12).

Steigende Exportzahlen
Die unter dem weltweiten Prisma betrachteten relativ schlechten Ausfuhrzahlen erklärt sich die Athener Industrie- und Handelskammer damit, dass Griechenland über keine klare Strategie und generell über keine „Exportkultur“ verfüge. Um die Lage zu verbessern, müsse Griechenland eine Strategie zur Diversifizierung seiner Auslandsgeschäfte entwickeln und darin investieren, so die Experten.
Insgesamt betrachtet gehen 63 % des Außenhandels auf europäische Märkte. 70 % des Wertes aller griechischen Ausfuhren wiederum werden von fünfzehn Staaten abgenommen, allen voran Italien, Deutschland und Zypern.
Trotz des insgesamt unbefriedigenden Zustandes stellte EVEA-Präsident Konstantinos Michalos fest, dass die griechischen Auslandsverkäufe in den vergangenen Jahren, trotz des „negativen wirtschaftlichen Umfelds“ stetig gestiegen seien. Die griechischen Unternehmen hätten inmitten der Finanz- und Wirtschaftskrise bewiesen, dass sie „Können“ und „Ausdauer“ haben.
Unterdessen hat die griechische Statistikbehörde ELSTAT bekannt gegeben, dass die griechischen Ausfuhren im Zeitraum zwischen Januar und März des laufenden Jahres um 1,6 % bzw. um 126,4 Mio. Euro auf 7,99 Milliarden Euro gestiegen sind. Bleibt zu hoffen, dass dieser Trend anhält und sich weiter verstärkt. (Griechenland Zeitung/eh)

 

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