Rettungsanker für Griechenland und für den Euro in Aussicht Tagesthema

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Rettungsanker für Griechenland und für den Euro in Aussicht
Das zweite Rettungspaket für Griechenland stand am Montag im Mittelpunkt einer achtstündigen Marathonsitzung der Finanzminister der Eurogruppe. Wenn auch noch keine Details bekannt wurden: Eurogruppenchef Jean Claude Juncker und der griechische Finanzminister Evangelos Venizelos zeigte sich optimistisch, dass bis Mitte August endgültige Entscheidungen vorliegen. Über die Höhe des Pakets für Hellas wird noch spekuliert: Manche Medien sprechen von 120 Mrd. Euro. Eine Sonderkommission der Eurogruppe soll nun Details ausarbeiten und sicherstellen, dass die Kosten für die Bedienung der griechischen Schulden in den kommenden Jahren gesenkt und die Bedienbarkeit verbessert wird.
ommenden Jahren gesenkt und die Bedienbarkeit verbessert wird. Noch nicht ganz vom Tisch ist die Einbeziehung von privaten Gläubigern (Banken, Versicherungen, Fonds usw.), obwohl sich die Europäische Zentralbank dagegen ausspricht. Die Märkte könnten außerdem durch erweiterte Handlungsspielräume des Euro-Rettungsfonds (EFSF) beruhigt werden, heißt es. Dazu müsse dem EFSF das Recht eingeräumt werden, Staatsanleihen von Privatgläubigern zu kaufen. EU-Währungskommissar Oli Rehn schloss auch den Rückkauf von Anleihen, die problematische Länder wie Griechenland oder Portugal ausgegeben haben, nicht aus.

Geeinigt haben sich die Minister der Eurogruppe am Montag offenbar auf eine Verlängerung der Laufzeiten griechischer Anleihen sowie auf eine Senkung der Zinsen für neue Kredite (zuletzt musste Athen 4,8 % zahlen). Unmittelbar vor der Krisensitzung hatte Premier Jorgos Papandreou in einem Brief an Juncker eine rasche Lösung für die griechische Schuldenfrage gefordert. Drei Ziele müssten damit erreicht werden: die Bedienung der Schulden, Zugang zu den internationalen Finanzmärkten und Ankurbelung der griechischen Wirtschaft. Eine Lösung dürfe darüber hinaus keine negativen Auswirkungen auf die griechische Wirtschaft, das Bankensystem und den zukünftigen Zugang zu den Märkten haben. Papandreou stellte fest: „Die Stunde des Gerichts ist gekommen, es gibt keinen Raum mehr für Unentschlossenheit und Fehler." Gemeinsam müsse man jetzt „richtige und starke Entscheidungen" treffen. Im gegenteiligen Fall bestünde „wegen der Zweifel hinsichtlich unserer Fähigkeit, die gemeinsame Währung zu schützen, die Gefahr für neue und vielleicht globale Erschütterungen auf den Märkten". - Unser Foto zeigt den griechischen Finanzminister und Vizeregierungschef Evangelos Venizelos (m.), mit seinem luxemburgischen Amtskollegen Luc Frieden und seiner französischen Amtskollegin Christine Lagarde.(Text: GZas, Foto: Eurokinissi)

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