Reisende, die aus der Kälte nach Hellas kamen …

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Die Abbildung vom Stadtteil Monastiraki in Athen (1835) stammt von dem Dänen Martinus Rørbye.   Die Abbildung vom Stadtteil Monastiraki in Athen (1835) stammt von dem Dänen Martinus Rørbye.  

Athen gilt als Zentrum der Antike. Nach dem Wiedererwachen des Interesses für das Altertum begannen auch Europäer aus dem Norden, sich an die Ägäis aufzumachen. Über Jahrhunderte kam eine Vielzahl an Reisenden nach Griechenland und berichteten sie anschließend über ihre Erfahrungen. Noch bis Ende Mai finden nun zwei Ausstellungen zu diesem Thema in der Nordischen Bibliothek statt.

Die Nordstaaten haben sich im Rahmen der Initiative „Athen UNESCO Weltbuchhauptstadt 2018“ zusammengetan: Die dänische, schwedische, finnische und norwegische Botschaft in Athen sowie eine Vertretung von Island stellen ihre Beziehungen zu Griechenland mit Ausstellungen in den Mittelpunkt: „Griechenland mit den Augen von Reisenden aus dem Norden“ ist der Titel der einen Schau. Sie dreht sich um Reiseberichte von nordischen Abenteurern, Wissenschaftlern, Künstlern sowie Journalisten, die vom 17. bis ins 20. Jahrhundert das Land der Hellenen besucht haben.

Die Reiseberichte haben dabei verschiedene Formen angenommen – von Briefen bis hin zu ausführlichen Reisebüchern ist alles dabei. Der berühmteste unter den Philhellenen ist wohl der dänische Schriftsteller Hans Christian Andersen. 1841 verbrachte er einen Monat in Athen und Umland. Seine Niederschriften aus Griechenland sind wohl eines der Highlights der Ausstellung.

Orient

Übrigens: Die Griechenland Zeitung hat seinen reich illustrierten fantastischen Reisebericht in ihrem Verlagsprogramm: www.griechenland.net/shop/b%C3%BCcher/product/50-griechenland-und-der-orient.

Die zweite Ausstellung in der griechischen Hauptstadt steht unter dem Motto „Nicolas Calas´ Dokumente in der Nordischen Bibliothek in Athen“. Dabei handelt es sich um Fragmente aus dem Archiv des griechisch-amerikanischen Kunsthistorikers Calas, dessen eigentlicher Name Nikos Kalamaris war. Der surrealistische Poet hatte mit seinen Essays zu Literatur, Politik und Kunst großen Einfluss für die Avantgardeszene in Paris und in den USA. 1990 erreichte eine Vielzahl an Paketen mit hinterlassenen Schriften und Bildern von Calas das Dänische Kultur- und Forschungsinstitut in Athen. Zuvor hatte es das Kopenhagener Louisiana Museum über mehrere Jahre aufbewahrt. Aktuell steht das daraus zusammengestellte Archiv in der Nordischen Bibliothek in Athen Wissenschaftlern zur Verfügung. Darüber hinaus werden auch zwei Werke der griechischen Künstlerin Nina Papakonstantinou gezeigt, die das Produkt einer künstlerischen Interaktion mit dem Archiv sind.

Beide Ausstellungen, die eine Brücke zwischen dem Norden und der griechischen Kultur schlagen, dauern bis zum 31. Mai. Die Eröffnungsveranstaltung fand Mitte Februar im Schwedischen Institut statt. Mit einem Vortrag über nordische Reisende über die Jahrhunderte hinweg wurde den über hundert Gästen an diesem Abend deutlich, welch favorisiertes Reiseziel Griechenland für die Skandinavier schon seit Jahrhunderten darstellt.

Öffnungszeiten: montags und dienstags von 11 bis 16 Uhr bzw. freitags von 16 bis 19 Uhr.

Infos: www.norlib.gr/nordic-narrative-exhibition.html

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Eine Skizze mit einem Kamel und dem Theseus-Tempel von dem dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen.

(GZgk)

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