Studentenwahlen in Griechenland eskalieren mit Szenen der Gewalt Tagesthema

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Studentenwahlen in Griechenland eskalieren mit Szenen der Gewalt

Die Studentenfraktion DAP, die der konservativen Opposition Nea Dimokratia (ND) nahe steht, ist der eindeutige Sieger der Studenten-Wahlen, die am Mittwoch landesweit durchgeführt worden sind. Zweite Kraft ist die der kommunistischen KKE zuzuordnende Fraktion PKS. An den Wahlen haben sich etwa 100.000 Studierende, also 50 % bis 60 % der eingeschriebenen Studiosi beteiligt. Die Studentenwahlen galten noch vor wenigen Jahren als ein wichtiges Indiz für die Befindlichkeit der Wähler, was sich allerdings in jüngerer Zeit verloren hat. 

Im Umfeld der Wahlen kam es zu schweren Zwischenfällen. In Thessaloniki sind vermummte Chaoten in das Universitätsgelände eingedrungen und haben mit Schlagstöcken, Motoradhelmen und anderen Gegenständen auf andere Personen eingeprügelt. Mindestens drei Studenten mussten verletzt in das Universitätskrankenhaus eingeliefert werden. In der Wirtschaftsuniversität Athen haben vermummte Chaoten Wahlurnen in ihre Gewalt gebracht und diese anschließend verbrannt. Ähnliche Vorfälle haben sich auch in anderen Universitäten des Landes ereignet.

Die Zwischenfälle wurden von den politischen Parteien scharf kritisiert. Der ND-Vorsitzenden Antonis Samaras warf der Regierung unter dem Linkspolitiker Alexis Tsipras (SYRIZA) vor, dass sie solche Zwischenfälle unterstütze. Der Jugendverband von SYRIZA sprachen von „gewalttätigen Zwischenfällen“, die stattgefunden hätten, „um ein Klima des Terrors zu schaffen und um die Studenten vom Wahlverfahren auszuschließen“.
Zu Wort meldete sich auch der stellvertretende Bürgerschutzminister Jannis Panoussis: „Die akademische Gemeinschaft muss die Verantwortung für die Verwaltung übernehmen“. Es könne nicht sein, dass jedes Mal, wenn Studenten- oder Rektoratswahlen stattfinden, die Polizei gerufen werden müsse, um das Problem zu lösen.
(Griechenland Zeitung / eh, Foto: © Eurokinissi)

 

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