Schwierige Saison für Griechenlands Feuerwehr Tagesthema

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Schwierige Saison für Griechenlands Feuerwehr

Am Mittwoch konnte im Osten der Chalkidiki ein Waldbrand, der bereits am Dienstag ausgebrochen war, unter Kontrolle gebracht werden. Ausgebreitet hatten sich die Flammen auf dem östlichsten „Finger“ der nordgriechischen Halbinsel zwischen Nea Roda und Ouranoupolis, das heißt vor den Toren der Mönchsrepublik Athos. Die Feuerfront sei in der Nähe von Wohngegenden und Hotels vorbeigezogen, ohne dass eine direkte Gefahr bestand, berichtete die Feuerwehr.

Den Flammen zum Opfer gefallen sind etwa 500 Hektar Wald. Die Vegetation bestand vor allem aus Stecheichen und anderes Buchwerk. Die Arbeit der Feuerwehr wurde durch das unwegsame Gelände, wo sich die Flammen ausgebreitet hatten, erschwert: Es mussten Schneisen geschlagen werden, damit die Feuerwehrautos Zugang zum Brandgebiet gelangen konnten. An den Löscharbeiten haben sich 240 Feuerwehrmänner mit 55 Einsatzfahrzeugen beteiligt.
Die griechische Feuerwehr befürchtet, dass es in diesem Sommer zu besonders vielen Waldbränden kommen könnte. Bereits zwischen Januar und April haben sich 1.621 solcher Brände ereignet. Das sind 578 mehr als im Vorjahreszeitraum. Nun stellt sich die Lage besonders kritisch dar: Durch anhaltende Regenfälle im Winter, aber auch im späten Frühjahr wurde das Wachstum von Sträuchern und Gräsern begünstigt. Viele dieser Pflanzen werden in den Sommermonaten völlig vertrocknen. Verbunden mit den zu erwartenden hohen Temperaturen wird dadurch ein Ausbruch von Feuern begünstigt.
Nach Angaben der Feuerwehr, die in der Dienstagsausgabe der Zeitung „Efimerida ton Syntakton“ veröffentlicht wurden, ist die Feuerwehr für eine schwierige Brandsaison nicht genügend gewappnet. Die griechische Feuerwehr verfügt über knapp 3.000 Fahrzeuge. Ein Drittel davon ist älter als 15 Jahre. Viele Löschfahrzeuge können jedoch wegen technischer Mängel oder gar wegen bürokratischer Hindernisse nicht eingesetzt werden.  
Noch schlechter sieht den Recherchen der „Efimerida ton Syntakton“ zufolge die Situation bei den Löschflugzeugen aus. Lediglich drei von insgesamt acht der Maschinen des Typs Canadair CL415 seien einsatzbereit. Das gleiche gilt für lediglich 18 von insgesamt 30 Löschflugzeugen des Typs Pezetel. Von den insgesamt 13 Maschinen des Typs Canadair CL-215 stehen nur sechs zur Verfügung. Diese Flugzeuge sind bereits seit über 40 Jahren im Einsatz. (Griechenland Zeitung / eh)

Unser Archiv-Foto (© Eurokinissi) entstand Ende November 2013 und zeigt die Übergabe von Feuerlöschfahrzeugen aus Deutschland an die griechische Feuerwehr.

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