Deutsche Buchhandlungen in Athen

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Ladenlokal der Buchhandlung Beck in den 1870er Jahren. Das Foto stammt aus dem Buch „Deutsche Spuren in Griechenland“, das im Verlag der Griechenland Zeitung erschienen ist. Ladenlokal der Buchhandlung Beck in den 1870er Jahren. Das Foto stammt aus dem Buch „Deutsche Spuren in Griechenland“, das im Verlag der Griechenland Zeitung erschienen ist.

Karl Wilberg war Mitte der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts nach Athen gekommen und hatte 1858 eine Buchhandlung am Syntagma-Platz am Beginn der Ermou-Straße eröffnet. Dieses Geschäft entwickelte sich in wenigen Jahren zu einer der führenden Buchhandlungen Athens, die zugleich auch sehr rege verlegerische Aktivitäten entfaltete.

Aufgrund seiner verwandtschaftlichen Beziehungen zur Familie Baedecker konnte Wilberg in den 70er Jahren exklusiv einen Athen-Führer in drei Sprachen (deutsch, englisch und französisch) vertreiben, der drei Auflagen erlebte. Im 19. Jahrhundert gab es in Athen eine Reihe deutscher Buchhandlungen. Nach Wilbergs Tod 1882 übernahm Wilhelm Barth mit Heinrich Beck die Buchhandlung, aus der später die bis vor kurzem existierende Buchhandlung Eleftheroudakis hervorgegangen ist.

Die erste deutsche Buchhandlung in Athen wurde jedoch von Benedikt Ritz gegründet. In seinem Verlag erschien 1838 eines der ersten deutschen Bücher in Athen, das von Friedrich Unger, dem Hofkonditor König Ottos verfasst war. Sein Titel: „Die Conditorei des Orients“. Diese Buchhandlung, die sich im Erdgeschoss des Hotels „Europa“ in der Aiolou-Straße befand, wird Ende der 30er Jahre von Adolph Nast übernommen. Der Laden stellte zu seiner Zeit einen wichtigen Treffpunkt der deutschen „Kolonie“ in Athen dar und zugleich auch einen wichtigen Anlaufpunkt deutschsprachiger Besucher der Stadt. In die Nachfolge von Adolph Nast tritt der schon erwähnte Karl Wilberg.

Ein weiterer sehr aktiver Buchhändler, der 1882 nach Athen kam, war Wilhelm Barth. Zuerst übernahm er kurzfristig die Leitung der Wilbergschen Buchhandlung nach dem Tode seines Besitzers. Später gründete er mit Emil von Hirst eine Verlagsbuchhandlung, die von 1889 bis 1896 das erste griechische enzyklopädische Lexikon nach dem Vorbild des deutschen Brockhaus herausgab, das anfangs sechs Bände umfasste. Ab 1896 arbeitete der sehr rührige Wilhelm Barth mit Karl Beck zusammen. Dazu stieß ab 1889 Kostas Eleftheroudakis, der später Mitgesellschafter wurde und 1910 für 25.000 Drachmen die Anteile von Karl Beck erwarb.

Erfahren Sie mehr von der turbulenten Geschichte Griechenlands – von der Ankunft König Ottos bis hin zum Zweiten Weltkrieg. Das Buch „Deutsche Spuren in Griechenland“ zeugt von der Zusammenarbeit der Griechen und der deutschen Einwanderer, die gemeinsam die neue Hauptstadt aufgebaut und modernisiert haben. Erzählt werden Geschichten von Integration und Verbundenheit, ohne dabei Schwierigkeiten außer Acht zu lassen.




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