Elternverband auf Samos protestiert gegen Unterricht für Flüchtlingskinder

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

In Vathy im Nordosten der Ägäisinsel Samos findet im Kindergarten und der Grundschule in dieser Woche kein Unterricht statt. Grund ist ein Protest des Elternverbandes.

Demnach sollen die Kinder von Dienstag bis Freitag (5.-8.3.) dem Unterricht fern bleiben. Gerichtet ist dies gegen die Einschulung von 14 Flüchtlingskindern. Für Donnerstag hat der Elternverband zu einer Kundgebung aufgerufen. Vor allem soll auf die schlechten hygienischen Bedingungen aufmerksam gemacht werden, unter denen die Flüchtlinge auf der Insel untergebracht sind. Es sei zu befürchten, dass dadurch Infektionskrankheiten übertragen werden könnten. Außerdem wird erklärt, dass die entsprechenden Schulgebäude und die Lehrkräfte nicht auf die Neuankömmlinge vorbereitet seien. Ein Unterricht der Kinder aus dem Flüchtlingslager müsse am besten vor Ort und durch besonders geschultes Personal erfolgen.
Außerdem verweisen die Elternvertreter darauf, dass auf Samos wesentlich mehr als nur 14 Flüchtlingskinder im schulpflichtigen Alter leben würden. Rhetorisch wurde die Frage gestellt, warum nicht gleich alle der Betreffenden eingeschult würden. In den Aufnahme- und Registrierungszentren der Insel waren bis zum Wochenende insgesamt 4.223 Personen registriert.
Die Lehrervereinigung der Insel hat für Dienstagnachmittag zu einer Gegendemonstration aufgerufen. Diese soll sei als Willkommensgruß der Flüchtlingskinder in den Schulen zu verstehen, so die Organisatoren.
(Griechenland Zeitung / eh)

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