Anstieg der Fährpreise durch umweltfreundlicheren Treibstoff

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Viele Fähren haben schon länger auf weniger schwefelbelasteten Diesel umgestellt. Seit 1.1.2020 gilt international eine neue Obergrenze. Archivfoto (© GZ / jh) Viele Fähren haben schon länger auf weniger schwefelbelasteten Diesel umgestellt. Seit 1.1.2020 gilt international eine neue Obergrenze. Archivfoto (© GZ / jh)

Gut für die Umwelt, kostspielig für Tourismus und Inlandsverkehr: Die Verpflichtung der griechischen Schiffseigner, künftig schwefelarmen Treibstoff zu tanken, könnte zu einer erheblichen Verteuerung der Fährpreise führen.
Seit Neujahr sind die Reedereien durch die Internationale Schifffahrtsorganisation IMO verpflichtet, Schiffsdiesel mit einem Schwefelgehalt von maximal 0,5 % anstatt bisher bis 3,5 % zu verwenden.

Nach Branchenangaben führt dies zu einer Steigerung der Treibstoffkosten um bis zu 25 %. Die IMO erhofft sich durch diese Maßnahme eine Verringerung des Schwefelausstoßes von jährlich bis zu 8,5 Mio. Tonnen weltweit.
Viele Reedereien verwenden gerade im Passagiersegment schon jetzt das umweltfreundlichere Diesel. Dennoch soll die umfassende Verpflichtung dazu zumindest teilweise auf die Ticketpreise durchschlagen. Die Rede ist von Aufpreisen um sieben bis zehn Prozent in den nächsten Monaten.

Die Reeder sollen im Vorfeld der neuen Maßnahme bereits vorgeschlagen haben, alternativ den Mehrwertsteuersatz herunterzufahren, um die Mehrkosten abzufangen. Nach Informationen der Athener Nachrichtenagentur ANA-MPA ist Schifffahrtsminister Jannis Plakiotakis auch schon beim Finanzministerium vorstellig geworden. Allerdings wird dort befürchtet, dass sich eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes im Fährbereich auf alle Transportdienstleistungen durchschlagen würde.
Eine weitere Möglichkeit wäre der Einbau einer Anlage zur Abgasentschwefelung (sogenannte „Scrubber“), was aber pro Schiff mit bis zu fünf Millionen Euro zu Buche schlagen würde und sich nur auf wirklich gut ausgelasteten Strecken lohnt. Zudem ist umstritten, ob die Scrubber bei der Umwandlung des Schwefels nicht ebenso schädliche Abfallprodukte erzeugen. Dennoch: Minoan Lines hat sich bereits für diese Alternative entschieden, und auch die Attica Group will einen Teil ihrer Kykladen- und Italienfähren damit ausrüsten. (Griechenland Zeitung / ak)

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