Keine Flüge: Student radelt von Aberdeen nach Athen Tagesthema

  • geschrieben von 
Unser Foto (© instagram.com/kleon.vs.lockdown/) zeigt Kleon Papadimitriou auf seinem Weg nach Athen. Unser Foto (© instagram.com/kleon.vs.lockdown/) zeigt Kleon Papadimitriou auf seinem Weg nach Athen.

„Kleon vs. Lockdown“. Unter diesem Motto schwang sich der 20-jährige Student Kleon Papadimitriou aufs Rad, um auf dem Höhepunkt der Corona-Krise mangels anderer Verkehrsmittel nach Hause zu fahren. Nach Hause heißt in diesem Fall ins mehr als 3.500 Kilometer entfernte Athen, denn Kleon studiert im schottischen Aberdeen. Das Semester war gerade zu Ende, als plötzlich in ganz Europa die Schlagbäume runtergingen und alle Flüge gestrichen wurden.

An die Möglichkeit, über die Botschaft in London oder das Konsulat in Edinburgh seine Heimreise zu organisieren, dachte der Student offenbar nicht. Stattdessen begann er mit dem Gedanken zu spielen, das Rad zu nehmen. „Es hat eigentlich als Scherz angefangen, aber weil mir Abenteuer dieser Art gefallen, habe ich mich ernsthaft mit der Frage beschäftigt, ob es machbar ist“, sagte er dem Sender CNN. Damit begann die 48 Tage dauernde Reise auf einem gebrauchten Rennrad, das Kleon für 300 Pfund erstanden hatte. Sie führte ihn durch Großbritannien, Holland, Deutschland, Österreich und Italien bis Ancona und von dort mit dem Schiff nach Patras und weiter nach Athen.

Zu Kleons Abenteuer gehörten Pannen und schmale Kost wie Ölsardinen und Erdnussbutter auf Toastbrot, Nächte unter freiem Himmel und 30 Kilo Gepäck. Der Wettergott bescherte ihm Schnee und Hagel zu Beginn der Fahrt am 10. Mai und sommerliche Hitze bei der Ankunft am Freitag in Athen, wo Freunde und Verwandte ihn mit einem großen Transparent „Welcome Home, Kleon – One more challenge accomplished!“ im Vorort Melissia willkommen hießen. Über das ganze Abenteuer wachte als Schutzengel und Zerberus Kleons Vater. Er hatte dem Unternehmen unter der Bedingung zugestimmt, jederzeit zu wissen, wo sein Sohn gerade ist – dank GPS und Internet kein Problem. (GZak)

Nach oben