Nach Brand in Flüchtlingslager auf Lesbos: „Höllische Situation geschaffen“ Tagesthema

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Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den verheerenden Brand im Flüchtlingslager Moria.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch (9.9.) brannte das überfüllte Flüchtlingslager Moria auf Lesbos aus. Tausende Menschen verloren ihr Obdach. Die EU bietet Hilfe an; die Opposition spricht von einer „höllischen Situation“ in Moria.

Ein verheerender Großbrand im Flüchtlingslager bei Moria auf der Ägäisinsel Lesbos hat mindestens 3.500 Asylsuchende obdachlos gemacht. Die übrigen neun bis zehntausend Personen werden weiterhin in Zelten in der Nähe des Lagers bleiben müssen. Regierungsangaben zufolge sind keine Todesopfer zu beklagen.

Innenminister Takis Theodorikakos und Migrationsminister Notis Mitarakis wollen die Lage persönlich vor Ort inspizieren. Priorität habe nun der Transport von 408 unbegleiteten Minderjährigen auf das griechische Festland. Die EU-Kommissarin für Inneres Ylva Johansson erklärte, dass dies von der EU finanziert werde. Sie sprach den betroffenen Migranten aber auch den Einwohnern von Lesbos ihr Mitgefühl angesichts der Lage aus.

Der deutsche Außenminister Heiko Maas sprach von einer „humanitären Katastrophe“. Er stellte fest: „Mit der EU-Kommission und anderen hilfsbereiten EU-Mitgliedstaaten müssen wir schnellstens klären, wie wir Griechenland unterstützen können.“ Dazu gehöre auch die Verteilung von Geflüchteten auf aufnahmewillige Staaten in der EU. 

Der Chefsprecher der EU-Kommission Margaritis Schinas ist bereits am Mittwoch mit Premierminister Kyriakos Mitsotakis in Kontakt getreten und sprach ihm die Unterstützung der Kommission zu.  

„Wenn du Hölle schaffst, schaffst du auch Tragödien.“ Mit diesen Worten kritisierte der Parlamentarier der Oppositionspartei SYRIZA Kostas Zachariadis die entstandene Situation in Moria. Sein Kollege Andras Michailidis befürchtet, dass sich solche Ereignisse durch die schlechten Lebensbedingungen auch in anderen Flüchtlingslagern wiederholen könnten. Er warnte davon, dass solche Entwicklungen auch zu rassistischen Äußerungen führen könnten. Aus den Reihen der sozialistischen Bewegung der Veränderung wurde erklärt, dass die Verantwortlichen für den Brand in Moria zurücktreten müssten. Gefordert wurde außerdem, dass die EU ihre Verantwortung übernehmen müsse, denn Griechenland könne nicht alleine die „Last der Aufnahme der Asylsuchenden um den Südosten Europas auf sich nehmen.“ (Griechenland Zeitung / eh)  

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