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Zehn Tage währender Kampf gegen das Flammeninferno auf Rhodos Tagesthema

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Auf der griechischen Ferieninsel Rhodos lodern die verheerenden Waldbrände bereits den zehnten Tag in Folge. Auf der Insel wurde der Notstand ausgerufen; dieser Status gilt bis zum 18. Januar 2024.

Eine gewaltige Naturkatastrophe
Die Feuerwehr und die Ehrenamtlichen sind an zwei Fronten vor allem im Süden der Insel im Einsatz. Ausgebrochen war das Feuer am 18. Juli; immer häufiger werden Verdachtsmomente geäußert, die auf Brandstiftung hinweisen. Die Staatsanwaltschaft soll untersuchen, aus welchem Grund das Feuer ein derart großes und unkontrollierbares Ausmaß erreichen konnte, auch der griechische Geheimdienst ist im Einsatz.
Bis Anfang der Woche ist eine Fläche von mehr als 10.700 Hektar den Flammen zum Opfer gefallen. Schätzungen zufolge könnten die Flammen letztlich rund 15.000 Hektar (=150 Quadratkilometer) verbranntes Land hinterlassen: das wären etwas mehr als zehn Prozent der Inselfläche.
Bei mindestens 1.200 Hektar der abgebrannten Flächen handelt es sich um NATURA-2000-Schutzgebiete. Auch seien bereits aufgeforstete Waldflächen erneut ein Opfer der Flammen geworden, teilten Experten mit.

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Solidarische Unterstützung
Bilder von Einwohnern auf Rhodos, die Touristen helfen, machen unterdessen die Runde durch die Medien. In zahlreichen Fällen wurden Betroffene in Privathäusern einquartiert. Ebenfalls in den Medien wurde auf einen Urlauber aus Deutschland aufmerksam gemacht, der sich als Freiwilliger an den Löscharbeiten auf der Insel im Südosten Griechenlands beteiligt.
Ein britischer Tourist hatte gegenüber dem Fernsehen erklärt: „Ich bin Dantes Inferno entkommen“. Er beschrieb einen dunklen Himmel, eine verlorene Sonne, die rot gefärbt gewesen sei und weinende Kinder.

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TUI-Chef inspiziert die Lage vor Ort
Regierungssprecher Pavlos Marinakis erklärte, dass das Innenministerium im Flughafen von Rhodos einen Help Desk für Betroffene eingerichtet habe, um ihnen die Heimreise zu vereinfachen. Es bestehe eine Kooperation mit den einzelnen Botschaften. Die meisten Flüge würden in Zusammenarbeit mit den Reiseunternehmen TUI und Jet2 durchgeführt. Aus diesem Grund treffen leere Flugzeuge auf der Insel ein, um rückreisewillige Urlaube zurück in ihre Heimat zu bringen. Auf der Insel hatten sich zum Zeitpunkt des Ausbruchs des Feuers etwa 200.000 Feriengäste aufgehalten.
Am Dienstag (25.7.) hat sich auch der CEO von TUI Sebastian Ebel ein Bild von der Situation auf Rhodos gemacht. Er hatte u. a. Unterredungen mit dem Gouverneur der Süd-Ägäis Jorgos Chatzimarkos sowie mit dem Krisenstab der Regierung. Ebel bedankte sich bei seinen rund 300 auf Rhodos stationierten TUI-Kollegen sowie bei der Feuerwehr und den Freiwilligen für ihren Einsatz.

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Befürchtungen der Tourismusbranche
Griechischen Angaben zufolge mussten bisher mehr als 19.000 Urlauber und Einheimische evakuiert werden. Vertreter der Ferienindustrie wollen nun abwarten, wie sich die Situation für Rhodos und ganz Griechenland auswirken könnte. Im Juni hatten die Ankunftszahlen auf der Insel um 4,34 % zugelegt; auf dem internationalen Flughafen „Diagoras“ seien mehr als 450.000 Urlauber gelandet. Zwischen März und Oktober 2022 hätten mehr als 2,5 Millionen Urlauber ihrer Ferien auf der Hauptinsel des Dodekanes verbracht. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

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