Ein Familiendrama nahm in Glyfada im Süden Attikas ein tragisches Ende: Am Sonntagmorgen (25.1.) ermordete ein 46-jähriger Mann seinen 80-jährigen Vater, der sich gerade auf dem Weg zur Kirche bekannt machte. Augenzeugen alarmierten die Polizei und der Täter wurde festgenommen.
Bereits im Jahr 2014 hatte er seine Mutter ermordet und sich anschließend den Behörden gestellt. Die Sprecherin der griechischen Polizei, Konstantia Dimoglidou, sagte sich gegenüber dem privaten TV-Sender ANT1 zu den Umständen der Verhaftung und zur Freilassung des Täters: „Dieser Mann wurde 2014 von der griechischen Polizei wegen Mordes an einem Verwandten, genauer gesagt seiner Mutter, adoptiert. Er wurde inhaftiert, angeklagt und zu 16 Jahren Haft verurteilt. Eigentlich hätte er erst 2030 freigelassen werden sollen. 2018 wurde er jedoch der damals geltenden vorteilhaften Bestimmungen vorzeitig entlassen.“
Da sich der Täter während seiner Haftzeit gleichzeitig in psychiatrischer Behandlung befand, konnte er bereits nach vier Jahren Gefängnisaufenthalt seine Entlassungspapiere erhalten, da unter diesen Umständen die doppelte Dauer des Gefängnisaufenthaltes als verbüßt angerechnet wird. Im Zulassungsschein des 46-Jährigen wurde vermerkt, dass er eine Gefahr für sich und andere darstelle. Am selben Tag wurde er in eine psychiatrische Klinik in Athen verlegt, wo er stationär behandelt wurde. Unklar ist, wann und aus welchen Gründen seine Entlassung aus der Klinik beschlossen wurde.
Nach seiner Entlassung habe er sich gemäß seinen Auflagen zweimal im Monat bei der Polizei gemeldet. Nach dem jüngsten Mord an seinem Vater bzw. Bei seiner Verhaftung drohte er damit, bei erneuter Entlassung auch seine Geschwister zu ermorden.
(Griechenland Zeitung / Antonia Schwalm)