Chalkis: Neues Museum eröffnet im November Tagesthema

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Das neue Museum von Chalkis in der früheren Schnapsbrennerei „Arethousa“ (Foto:© yppo) Das neue Museum von Chalkis in der früheren Schnapsbrennerei „Arethousa“ (Foto:© yppo)

Die Hauptstadt der Insel Euböa, Chalkis (Chalkida), wird ab November ein neues Archäologisches Museum haben. Das wurde nach einem Ortstermin von Kulturministerin Lina Mendoni in Chalkis sowie den weiter südlich gelegenen Orten Eretria, Amarynthos und Lefkanti am Freitag bekannt.

Das Museum ist in der früheren Spirituosenfabrik „Arethousa“ untergebracht. Das steinerne Ensemble gilt als bedeutendes Beispiel für den Industriebau im frühen 20. Jahrhundert in Griechenland und steht auch für die industrielle Entwicklung von Chalkis in jenen Jahren. Die Einrichtung der ständigen Ausstellung steht vor dem Abschluss, so das Ministerium. Bis zur geplanten Eröffnung in ungefähr zwei Monaten werden Dokumentarfilme und digitales audiovisuelles Material zum Museum und seinem Inhalt produziert.

Außer dem fast fertigen neuen Museum besuchte Mendoni noch zwei weitere wichtige Monumente der Stadt: die mittelalterliche Kirche Agia Paraskevi und ein Patrizierhaus aus der osmanischen Epoche in der nahen Odos Pädon. Die Kirche gilt als das vielleicht bedeutendste Beispiel eines Sakralbaus aus der frühen Zeit der Lateinerherrschaft in Griechenland im 13. Jahrhundert. Charakteristisch sind die für die byzantinische Architektur untypischen Spitzbogenfenster. Die Kirche war bereits 1921 als „herausragendes byzantinisches Monument“ unter Denkmalschutz gestellt worden. Der bauliche Zustand ist allerdings so, dass Eingriffe gegen den weiteren Verfall und zur Sanierung unmittelbar erfolgen müssten, so das Kulturministerium.

Die bereits gebilligten Arbeiten sehen unter anderem Ausgrabungen im Außenbereich, die Verstärkung der Fundamente, die Entfernung früherer Stützbauten, die Konservierung der Dachkonstruktion und des Frauengestühls, die Konservierung von Steinmetz- und Holzschnitzarbeiten und anderes vor. Die Renovierung dieses besonders wichtigen Kirchenbaus wird 4,7 Millionen Euro kosten.

In besonders schlechtem baulichem Zustand ist aber auch das Herrenhaus in der Odos Pädon. Da Euböa von Anfang an zum griechischen Staat gehört hat, ist es mindestens 200 Jahre alt. Die Renovierung des Hauses ist eine Dauerforderung der Stadt Chalkis. Ein statisches Gutachten und entsprechende Pläne wurden im Mai vom Kulturministerium gebilligt. Bei ihrem Ortstermin verlangte Ministerin Mendoni die umgehende Erstellung der Pläne für die Elektrik und die anderen Installationen, damit das Haus in den laufenden Finanzierungsrahmen eingebunden werden kann.

Im Anschluss an den Besuch in Chalkis fuhr Ministerin Mendoni nach Eretria, Amarynthos und Lefkanti, um sich über dort laufende Ausgrabungen zu informieren. In Eretria besuchte sie das antike Theater und das archäologische Museum. In Amarynthos ließ sie sich von Grabungsleiter Tobis Krapf vom Schweizerischen Archäologischen Institut die Ausgrabung des Artemis-Heiligtums zeigen, das vor einigen Jahren in der Nähe entdeckt worden war.

Abschließend besuchte Mendoni ein besonders wichtiges Adelsgrab nahe dem Ort Lefkanti, wo die Britische Archäologische Schule gräbt. Die reichen Beigaben aus dieser Beisetzung eines Mannes, einer Frau und ihrer Pferde im 10. Jahrhundert v. Chr. werden ab November im neuen Museum in Chalkis zu sehen sein. (GZak)

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