Am Fuße des Olymps wird jedes Jahr im Juli die Antike lebendig: In Litochoro und dem nahegelegenen Dion treffen sich bei den Promethia Menschen aus Griechenland und anderen Ländern, um sich mit der antiken griechischen Kultur, Philosophie und Spiritualität auseinanderzusetzen.
Seit 30 Jahren gibt es das mehrtägige Kulturfestival, das nach dem Titanen Prometheus benannt ist. Der Mythologie zufolge brachte er den Menschen das Feuer – und damit Wissen und Fortschritt. Unser Autor Jürgen Weidner sah sich für das neue Griechenland Journal bei diesem Festival um.
Der Auftakt findet im antiken Dion statt, einst religiöses Zentrum des Makedonischen Königreichs. Dort wird eine heilige Flamme entzündet, die anschließend bei einem Fackellauf über elf Kilometer nach Litochoro getragen wird. Trommeln, Gesänge und eine Prozession durch die Straßen des Bergdorfes verleihen dem Ereignis eine beinahe archaische Atmosphäre. Im Amphitheater folgen Reden, Musik und ein antikes Theaterstück.
Doch die Promethia erschöpfen sich nicht in historischen Ritualen. Am Fluss Enipeas werden dem Flussgott Ehrungen erwiesen und Hymnen des Orpheus rezitiert. Im Wald von Litochoro finden Vorträge und Diskussionen über Philosophie, Ökologie, Gesundheit und die antike griechische Gedankenwelt statt. Abends wird gemeinsam gefeiert, getanzt und ein Altar für die zwölf olympischen Götter errichtet.
Die Teilnehmer verstehen die Promethia dabei ausdrücklich nicht als Folklore für Touristen. Für viele sind sie Ausdruck einer lebendigen religiösen und kulturellen Überzeugung und der Versuch, sich wieder stärker mit den Wurzeln der griechischen Geschichte auseinanderzusetzen. Zum Abschluss erhalten einige Teilnehmer sogar einen altgriechischen Namen, den sie dann auch in ihrem Alltag immer verwenden.
Wie die Promethia ablaufen, welche Menschen hinter der Bewegung stehen und warum die Gemeinde Litochoro das ungewöhnliche Festival seit drei Jahrzehnten unterstützt, lesen Sie in unserem neuen Griechenland Journal Nr. 13. Das Journal ist ab sofort in einer Druck- und einer elektronischen Version erhältlich.
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