Streiks und Konzerte gegen Entlassungen und Rassismus Tagesthema

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Streiks und Konzerte gegen Entlassungen und Rassismus
In Griechenland gibt es derzeit zwei Gründe zu protestieren. Einerseits wird gegen Entlassungen von Staatsdienern gestreikt. Viele demonstrieren aber auch gegen gewalttätige Aktionen der neofaschistischen „Goldenen Morgenröte“. Zum zweiten Tag in Folge streikt heute ganztägig die griechische Dachgewerkschaft Öffentlicher Dienst (ADEDY). Daran beteiligen sich Hafenlotsen, Lehrer, Angestellte der Finanzämter, des Kulturministeriums und Krankenhauspersonal.
ms und Krankenhauspersonal. Sie protestieren gegen die Maßnahme der Arbeitsreserve, die Versetzungen von 25.000 Staatsdienern bis Ende des Jahres vorsieht. Für viele kann die Arbeitsreserve jedoch in die Arbeitslosigkeit münden. Über weitere Proteste will die ADEDY am Donnerstag entscheiden. Die Dachgewerkschaft für die Angestellten der Privatwirtschaft (GSEE) zeigt sich bisher verhalten. Sie will bis Ende September endgültige Entscheidungen über weitere Protestaktionen treffen.

Streik im Bildungswesen
Um 13.00 Uhr begann heute die Gewerkschaft der Sekundarschullehrer (OLME) mit einer Demonstration vor den Propyläen in der Athener Panepistimiou-Straße. Die Lehrer wollten ursprünglich fünftägige rollende Streiks durchführen. Aufgrund der niedrigen Streikbeteiligung in vielen Landesteilen streiken sie in dieser Woche aber nur für 48 Stunden – im Rahmen der ADEDY.
Unterdessen haben Schüler mehr als 180 Schulen landesweit besetzt. Damit wollen sie Solidarität mit dem Lehrpersonal zeigen. Die Lehrer hatten im Vorfeld in einem offenen Brief ihre Schüler und deren Eltern um solidarisches Verhalten aufgerufen. Das Bildungsministerium hat am Dienstag angekündigt, dass das Schuljahr für diejenigen Schulen, die länger als drei Tage besetzt gehalten werden, verlängert wird. Auch viele Universitäten bleiben inmitten der Immatrikulationszeit geschlossen, weil auch dort ein Teil des Personals in die Arbeitsreserve geschickt werden soll. Rektoren erklären unterdessen, dass die Universitäten bereits jetzt an personellen Engpässen leiden.

Antifaschistische Aktionen
Parallel zu den Streiks und Proteste der Arbeitnehmer finden jedoch in diesen Tagen auch antifaschistische und antirassistische Protestaktionen statt. Dazu haben außer der ADEDY und der GSEE auch linke im Parlament vertretene Parteien sowie Bürgerinitiativen aufgerufen. Ziel ist es, die gewaltsamen Aktionen der im Parlament vertretenen faschistischen „Chryssi Avgi“ (Goldene Morgenröte) zu stoppen. Ein Anhänger der Partei hatte in der vorige Woche einen Antifaschisten in Piräus ermordet. Bisher hatten Mitglieder und Sympathisanten dieser Partei vor allem illegale Immigranten attackiert. Treffpunkt für eine größere antifaschistische Kundgebung ist in Athen heute um 18.00 Uhr der Syntagma-Platz vor dem Parlament. Um 14.00 Uhr organisiert die kommunistische Gewerkschaft PAME ebenfalls am Syntagma-Platz ein antifaschistisches Konzert. Zu ähnlichen Protestaktionen kommt es in diesen Tagen auch in anderen Städten wie Thessaloniki, Serres, Ioannina, Katerini sowie Heraklion und Chania auf Kreta.
Am 5. und 6. Oktober findet zum siebten Jahr das antirassistische Festival auf dem Athener Kolonos-Hügel statt. Außer Konzerten, gibt es Theater, Gespräche, Videoprojektionen, eine Buchausstellung sowie Foto- und Posterausstellungen und internationale Küche. Organisiert wird das Fest von der Sonntagsschule für Immigranten und Antirassistischen Bewegungen.

(Griechenland Zeitung / eh, Foto: Eurokinissi)

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