Beziehungsaufbau mit Ländern im östlichen Mittelmeer Tagesthema

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Beziehungsaufbau mit Ländern im östlichen Mittelmeer

Ministerpräsident Alexis Tsipras weilt in dieser Woche in New York, wo er an der Vollversammlung der Vereinten Nationen teilnimmt. Er nutzt diese Gelegenheit für zahlreiche internationale Kontakte.

In den Gesprächen zwischen dem griechischen Ministerpräsidenten Alexis Tsipras und seinen Amtskollegen in New York überwiegen die Themenbereiche der von Athen durchzuführenden Reformen sowie einer Umschuldung Griechenlands. Aber auch die Thematik der Flüchtlinge, die aus Nordafrika und dem Nahen Osten überwiegend durch Griechenland und Italien nach Westeuropa gelangen wollen, ist ein wichtiger Gesprächspunkt. Auch die Lösung der Zypernfrage hat für Athen hohe Priorität. Seit der Invasion türkischer Truppen im Jahre 1974 ist die Insel im Mittelmeer in einen türkischsprachigen und einen griechischsprachigen Teil getrennt.

Gespräch mit Davutoglu

Am Mittwoch hat sich Tsipras im Rahmen Vollversammlung der Vereinten Nationenmit seinem türkischen Amtskollegen Ahmet Davutoglu getroffen. Dabei brachte das griechische Regierungsoberhaupt sein Bestreben zum Ausdruck, die griechisch türkischen Beziehungen zu verbessern. Er rief seinen Amtskollegen auch dazu auf, türkische Überflüge über griechischen Luftraum einzustellen. Beide waren sich einig, dass man die Flüchtlingswelle auf europäischer Basis eindämmen müsse. Die meisten Flüchtlinge, die auf griechischen Inseln ankommen, haben die gefährliche Überfahrt an der türkischen Küste begonnen. Viele Flüchtlinge und Immigranten kamen auf dieser gefährlichen Reise bereits ums Leben. Davutoglu hat Tsipras im Rahmen der Begegnung zu einem offiziellen Besuch nach Ankara eingeladen.

Dreiländertreffen

Ausgebaut wurden auch die Dreiländerbeziehungen zwischen Athen, Nikosia und Kairo: Tsipras hat sich in den USA sowohl mit dem Zypernpräsidenten Nikos Anastasiadis als auch mit dem Präsidenten Ägyptens Abd al-Fattah as-Sisi getroffen.

Separat von ihren Regierungschefs haben sich die Außenminister Griechenlands, Zyperns und Ägyptens ebenfalls beraten, um ein Dreiländertreffen in Athen vorzubereiten. Ihr Ziel ist es, in der Region im Osten des Mittelmeers mehr Stabilität zu schaffen und den Extremismus in der Region zu bekämpfen.

Ein kleineres Intermezzo blieb am Mittwoch in New York nicht aus. Tsipras hat sich geweigert, an einem Gespräch über den gewaltsamen Extremismus im sogenannten „Islamischen Staat“ teilzunehmen. Er war als Beobachter eingeladen worden. Hintergrund ist, dass in den entsprechenden Dokumenten der Name der Früheren Jugoslawischen Republik Makedonien (UNO-Kurzbezeichnung: FYROM) als „Mazedonien“ aufgeführt worden war und nicht als FYROM, wie es völkerrechtlich vorgesehen ist, bis die Namensfrage zwischen Athen und Skopje gelöst worden ist.

Elisa Hübel

Premierminister Alexis Tsipras hatte heute in New York auch eine Begegnung mit den UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon. Siehe unser Foto (© Eurokinissi / Büro des Ministerpräsidenten).

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