Unruhen auf Lesbos führen zu politischem Schlagabtausch Tagesthema

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Unruhen auf Lesbos führen zu politischem Schlagabtausch

Die Oppositionsparteien zeigen sich über die Unruhen, die auf der Insel Lesbos Montagnacht zu einem Großbrand im Flüchtlingslager „Moria“ führten, beunruhigt. Sie beziehen sich hauptsächlich auf die überfüllten Lager und die dadurch entfachten „Gefühle der Unsicherheit“ bei Teilen der Bevölkerung. Die größte Oppositionspartei, die konservative Nea Dimokratia, will heute Abend über die entstandene Lage beraten. Der ND-Parlamentarier Nikos Dendias sprach davon, dass die „Flüchtlingsströme von der Türkei aus nach Griechenland außer Kontrolle sind“.

Die Regierung kritisierte er mit den Worten, dass sie sich in der Flüchtlingspolitik „verirrt“ habe. Die Demokratische Allianz erinnert daran, dass „mittlerweile nicht nur das Bild Griechenlands“ in Gefahr sei, sondern vor allem auch Menschenleben. Der Parlamentarier Stavros Tassos, der auf Lesbos für die kommunistische Partei KKE gewählt worden ist, befürchtet, dass „die EU bereits beschlossen hat, Griechenland in eine Lagerhalle für Seelen umzuwandeln“. Die Bezirksgouverneurin der nördlichen Ägäis Christiana Kalogirou brachte in einem Fernsehinterview die Befürchtung zum Ausdruck, dass die Situation schon bald „unüberschaubar“ werden könnte. Sie fasste zusammen: „Griechenland kann seinen Verpflichtungen nicht nachkommen – Europa ist seinen Verpflichtungen nicht nachgekommen.“ Ministerpräsident Alexis Tsipras hat am Montag im Rahmen eines Gipfels der Vereinten Nationen in New York internationale Unterstützung angesprochen. (Griechenland Zeitung / eh)

Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand Anfang April 2016 im Hotspot bei Moria auf Lesbos.

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