Tsipras in Peking: Athen ist Befürworter der Neuen Seidenstraße Tagesthema

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Am Sonntag und Montag (14. und 15. Mai) findet in Peking ein Internationales Forum statt, das der Präsentation der Neuen Seidenstraße gewidmet ist. Anwesend sind Vertreter aus 110 Ländern, darunter der griechische Premierminister Tsipras.


Ministerpräsident Alexis Tsipras stattet China seit Freitag einen offiziellen Besuch ab. Anlass ist ein internationales Gipfeltreffen in Peking zur „Neuen Seidenstraße“: „One Belt – one Road“ (zu Deutsch: Ein Gürtel – eine Straße). Mit dieser Initiative will das Land der Mitte antiken Handelsrouten, die einst Asien mit Afrika und Europa verbanden, neues Leben einhauchen. Betreffen soll dieses Infrastrukturprojekt vor allem Straßen, Eisenbahnstrecken und Häfen; etwa den Hafen von Piräus, der bereits von der staatlichen chinesischen Reederei Cosco für mehr als vier Jahrzehnte gepachtet worden ist.

Wachstum in Griechenland
Im Gegensatz zu den meisten EU-Ländern, die der Neuen Seidenstraße eher skeptisch gegenüber stehen, ist Griechenland ein Befürworter des Projektes. In einer Rede, die Tsipras in Peking hielt, warb er für mehr Investitionen in seiner Heimat. Er erklärte, dass Griechenland nach einer sieben Jahre anhaltenden Finanz- und Wirtschaftskrise wieder auf Wachstumskurs komme. Damit „entstehen große Chancen für Kapitalanlagen und Handel“, erklärte der Premier.
Des Weiteren machte Tsipras während seiner Rede auf die seit alters her bestehenden Handels- und Kulturbeziehungen zwischen Griechenland und China aufmerksam. Dieses Jahr werden bilaterale Bildungs- und Kulturveranstaltungen zwischen Athen und Peking stattfinden. Dabei soll es u. a. zu Kooperationen zwischen Museen und Künstlern sowie zu Übersetzungen von literarischen Büchern und Koproduktionen von Filmen kommen.

Aufbau bilateraler Beziehungen
Am Gipfelreffen in Peking beteiligen sich 28 Staats- und Regierungschefs aus der ganzen Welt. Insgesamt 110 Staaten haben Vertreter in das Land der Mitte entsandt. Aus diesem Anlass hatte Tsipras auch die Gelegenheit, Unterredungen u. a. mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu führen. Die beiden Gesprächspartner sind sich darin einig gewesen die griechisch-russischen Beziehungen stärken zu wollen. Im Mittelpunkt stehen Bereiche wie Wirtschaft, Tourismus und Handel. Ein weiteres Treffen führte Tsipras in Peking mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Regierungsoberhäupter der beiden Nachbarländer haben über Unstimmigkeiten in der Ägäis geredet, die u. a. Überflüge türkischer Kampfjets über griechischen Luftraum betreffen. Sie haben sich für einen Abbau der Spannungen in der Ägäis und für eine intensivere Kommunikation der beiden Verteidigungsministerien ihrer Länder ausgesprochen.
Eine Begegnung hatte Tsipras auch mit der Geschäftsführenden Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde. Einig waren sich die beiden darin, dass Athen Erleichterungen bei der Schuldentilgung erhalten müsse.

Elisa Hübel

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Ministerpräsident Alexis Tsipras mit seiner Lebensgefährtin Peristera (Bety) Basiana. Foto © Pressebüro des Premierministers / Andrea Bonetti

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Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras (l.) und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (r.). Foto © Pressebüro des Premierministers / Andrea Bonetti

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Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras und die Geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF) Christine Lagarde. Foto © Pressebüro des Premierministers / Andrea Bonetti

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Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras und der russische Präsident Wladimir Putin. Foto © Pressebüro des Premierministers / Andrea Bonetti

 

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