Athen und Ankara arbeiten an ihren Beziehungen Tagesthema

Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos (r.) im Gespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim. Unser Foto (© Eurokinissi) zeigt den griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos (r.) im Gespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten Binali Yildirim.

Die Beziehungen zwischen Athen und Ankara sollen verbessert und intensiviert werden. Darin waren sich Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras und sein Amtskollege aus der Türkei Binali Yildirim bei ihrem Treffen am Montag in der griechischen Hauptstadt einig.

Einhaltung des EU-Türkei-Paktes
Besprochen wurden etwa die Zypernfrage, die Beziehungen zwischen der Türkei und der EU, sowie die Entwicklungen in der weiteren Region.
Ministerpräsident Tsipras ging vor allem auf die positiven Punkte im bilateralen Bereich ein. Dazu gehören Kooperationen in Wirtschaft, Kultur und Bildung. Auch der EU-Türkei-Pakt – für dessen Einhaltung sich Athen besonders einsetzt – wurde von Tsipras gelobt. Der Pakt sieht vor, dass die EU anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte, die sich in der Türkei aufhalten, aufnimmt. Von der Türkei aus nach Europa gekommene Immigranten, die kein Recht auf Asyl haben, werden hingegen dorthin abgeschoben.
Nicht zuletzt erörterten die beiden Ministerpräsidenten den Bau der Transadriatischen Pipeline (TAP) und der Gaspipeline Turkish Stream. Diese sollen Erdgas von Azerbaijan aus über der Türkei und Griechenland nach Mitteleuropa transportieren.

„Ägäis: Meer des Friedens und der Stabilität“
Ein weiteres Thema der Unterredung von Tsipras und Yildirim waren die Verletzungen des griechischen Luftraumes durch Kampfjets aus dem Nachbarland. Schauplatz für diese Auseinandersetzungen ist vor allem die Ägäis. Das griechische Regierungsoberhaupt stellte fest, dass dadurch die „Gefahr eines Unfalls“ bestehe, was von beiden Seiten nicht gewünscht werden könne. Der griechische Regierungschef fasste zusammen: „Die Ägäis muss ein Meer des Friedens und der Stabilität bleiben.“

„Gemeinsames Schicksal, gemeinsame Zukunft“
Yildirim beschrieb die bilateralen Beziehungen mit den Worten: „Griechenland und die Türkei teilen sich die gleiche geographische Breite und das bedeutet ein gemeinsames Schicksal. Ein gemeinsames Schicksal bedeutet eine gemeinsame Zukunft.“ Man müsse sich daher als erstes auf Themen konzentrieren, bei denen sich beide Seiten einig seien.
Er erinnerte daran, dass an der südlichen türkischen Grenze der Krieg in Syrien stattfindet. Griechenland und die Türkei müssten daher die „Säulen der Antiterror-Aktionen für den Schutz Europas und der Menschheit“ sein, so seine Schlussfolgerung.

Präsident Pavlopoulos übergab Einladung für Erdogan
Ein weiterer Gesprächspunkt war die Lösung der Zypernfrage. Der Gast aus Ankara sagte, das dieses Problem von den griechisch- und den türkischen-Zyprioten gelöst werden müsse, die auf der Insel leben. Die Vereinten Nationen könnten lediglich zur Lösungsfindung beitragen.
Yildirim hat sich außerdem mit dem griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos getroffen. Letzterer übergab dem Gast aus Ankara eine offizielle Einladung für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nach Athen.
Zum Abschluss seiner Reise begab sich der Türke in die nordgriechische Region Thrakien. Dort feierte er gemeinsam mit der dort lebenden türkischsprachigen muslimischen Minderheit den Abschluss des Fastenmonats Ramadan. Dieser Abstecher, so hieß, es diplomatisch, trug rein „persönlichen Charakter“.

Elisa Hübel

 

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