Athens Bürgermeister will für Mitte-Links-Fraktion kandidieren

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Unsere Foto (© Eurokinissi) zeigt Athens Bürgermeister Jorgos Kaminis während einer Pressekonferenz Ende Juli 2017. Unsere Foto (© Eurokinissi) zeigt Athens Bürgermeister Jorgos Kaminis während einer Pressekonferenz Ende Juli 2017.

Der Bürgermeister der Stadt Athen Jorgos Kaminis (63) will für den Vorsitz der Demokratischen Allianz (DISY) kandidieren, die häufig als Mitte-Links-Fraktion bezeichnet wird. Diesen Vorsatz hat das Stadtoberhaupt am Sonntag gegenüber der Parteichefin Fofi Gennimata zum Ausdruck gebracht. Die Wahlen für den DISY-Vorsitz finden im Oktober statt.  


Erklärtes Ziel von Kaminis ist es, das Spektrum „mitte-links“ weiter zu vereinen. Dadurch könnte es der konservativen Opposition Nea Dimokratia (ND) im Falle der Durchführung von Parlamentswahlen erschwert werden, traditionelle Wähler der politischen Mitte zu erreichen.
Von 2003 bis 2010 fungierte Kaminis als Ombudsmann (Bürgeranwalt) Griechenlands. Seinen ersten Wahlsieg für das höchste Amt der Stadt Athen hat er im November 2010 erzielt; am 1. Januar 2011 ist er offiziell in das Büro des Bürgermeisters eingezogen. 2014 wurde er erneut für dieses Amt gewählt. Unterstützt wurde er sowohl von der PASOK als auch von der DIMAR und den Ökologen / Grünen. Kaminis wurde 1954 in New York geboren. Seine Vorfahren stammen von der ostägäischen Insel Chios bzw. dem dort befindlichen Eiland Psarra.
Die DISY, für die der amtierende Bürgermeister kandidieren will, besteht aus fünf sozialistischen bzw. sozialdemokratischen Parteien und Gruppierungen: Die Panhellenische Sozialistische Bewegung (PASOK), die Demokratische Linke (DIMAR), die Bewegung der Demokratischen Sozialisten (KIDISO), Bürgerbewegungen (KiPol) und der Vereinigung der Demokratischen Nationalen Reform (EDEM). Bis September will sich auch die liberale „To Potami“ entscheiden, ob auch sie sich am Bündnis beteiligt oder nicht. Tonangebend im Bündnis ist die PASOK. Die einstige Volkspartei hatte durch den Ausbruch der Krise einen grandiosen Absturz in der Gunst der Wähler erlebt. Noch im September 2009 hatte sie fast 44 % der Wählerstimmen erhalten und die Regierungsgeschäfte übernommen. Bei den Wahlen im Januar 2015 konnte sie gerade noch 4,7 % der Stimmen auf ihrem Konto vereinigen. Seither sind Griechenlands Sozialisten auf der Suche nach einem Ausweg aus dem Dilemma. (Griechenland Zeitung/eh)

 

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