Ex-Finanzministers Varoufakis nimmt kein Blatt vor den Mund Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den damaligen Finanzminister Janis Varoufakis (links) mit Premierminister Alexis Tsipras im Parlament. Die Aufnahme entstand am 28. Juni 2015. Kurz darauf reichte Varoufakis seinen Rücktritt ein. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den damaligen Finanzminister Janis Varoufakis (links) mit Premierminister Alexis Tsipras im Parlament. Die Aufnahme entstand am 28. Juni 2015. Kurz darauf reichte Varoufakis seinen Rücktritt ein.

Der frühere Finanzminister Janis Varoufakis will vor den Europawahlen 2019 eine Partei mit einem griechischen Namen gründen. Diese soll sich als Ableger des von ihm initiierten Bündnisses DiEM25 verstehen.

Dies erklärte Varoufakis in einem Interview gegenüber einem privaten griechischen Radiosender. Im Interview teilte er zudem kräftige Seitenhiebe gegen seinen Nachfolger Evklidis Tsakalotos aus. Dieser habe sich nach dem 6. Juli 2015 (dem Tag des Rücktritts von Varoufakis) zu einem „Yes-Man“ entwickelt: Ein Ja-Sager also. Das, was Tsakalotos danach geäußert habe, könne Varoufakis „niemals unterstützen“. Auch Ministerpräsident Alexis Tsipras wird von Kritik seines einstigen Finanz-Zaren nicht verschont. Seiner Ansicht nach hätte Tsipras niemals der Forderung der Geldgeber nachgeben dürfen, dass Griechenland einen Primärüberschuss von 3,5 Prozent erwirtschaften muss. Als Varoufakis das erfuhr, habe er zu seinem Regierungschef gesagt: „Ja bist du denn ein völliger Idiot? – Was hast du denn als Gegenleistung bekommen?“ – Tsipras habe darauf geantwortet: „Ach, dann habe ich also eine Dummheit begangen? Ok, dann nehmen wir das zurück.“ Varoufakis fügte hinzu, dass er den Chef in Wahrheit mit einem noch schlimmeren Wort als „Idiot“ tituliert habe. Noch schwere Geschütze fährt der DiEM25-Initiator im Interview gegen den heutigen stellvertretenden Finanzminister Jorgos Chouliarakis auf. Dieser sei von Anfang an ein „Befehlsempfänger der Troika“ gewesen. (Griechenland Zeitung / jh)

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