Immobilienversteigerungen bleiben weiter umstritten Tagesthema

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Das Foto von eurokinissi zeigt einen Protest der Gruppe „Ich bezahle nicht“ bei Versteigerungen in Athen Mitte Februar. Das Foto von eurokinissi zeigt einen Protest der Gruppe „Ich bezahle nicht“ bei Versteigerungen in Athen Mitte Februar.

Die Versteigerungen von Immobilien über eine elektronische Plattform sollen heute (21.2.) mit einer Anzahl von 70 Transaktionen wieder anlaufen.

Banken gehen davon aus, dass bis zum Jahresende zwischen 5.000 und 12.000 Immobilien unter den Hammer kommen werden. Betroffen sind säumige Zahler, ob Private oder Unternehmen, die über einen längeren Zeitraum ihre Kredite nicht mehr bedient haben. Dass die Regierung aus dem Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) und der rechtspopulistischen Unabhängigen Griechen (ANEL) bei diesem Thema jetzt aufs Gas tritt, hat auch mit einer noch ausstehenden Ratenzahlung eines Kredites in Höhe von 5,7 Mrd. Euro durch die internationalen Geldgeber zu tun. Am Montag wurde eine entsprechende Entscheidung im Rahmen einer Sitzung der Eurogruppe auf Mitte März verschoben. Bei dieser Sitzung vom Montag soll es wegen des Drucks der Geldgeber auf die Versteigerungen in Hellas einen recht heftigen Disput zwischen dem griechischen Finanzminister Evklidis Tsakalotos und dem Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi gegeben haben. SYRIZA hat in dieser Angelegenheit auch eine widersprüchliche Vorgeschichte: Vor den Wahlen im Januar 2015 hatte das Bündnis mit dem Slogan „Kein Haus an einen Banker“ um Stimmen geworben.
An den heute in Hellas beginnenden E-Auktionen beteiligen sich etwa 200 Notarinnen und Notare landesweit. Täglich kommen weitere hinzu. Viele der Büros müssen jedoch von der Polizei geschützt werden. Einige kleinere Parteien bzw. Gruppierungen, wie die Volkseinheit (LAE) oder „Ich zahle nicht“ (Den plirono), haben Aktionen angekündigt. Die Sicherheitsbehörden befürchten auch einen Protest der anarchistischen Gruppe „Rouvikonas“. (Griechenland Zeitung / rs)

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