„Faschistische Attacke“: linker Parlamentarier auf der Peloponnes verprügelt Tagesthema

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Am Sonntag ist eine Gruppe von rund 30 Personen gegenüber dem Parlamentarier der Regierungspartei Bündnis der Radikalen Linken (SYRIZA) Petros Konstantineas handgreiflich geworden. Der Politiker wurde mit leichten Körperverletzungen ins örtliche Krankenhaus gebracht. Fünf mutmaßliche Täter wurden festgenommen.


Der Vorfall ereignete sich kurz vor einem Fußballspiel in der Stadt Kalamata auf der südlichen Peloponnes. Der Abgeordnete, der die Region Messenien auf der Peloponnes vertritt, sprach anschließend von einem „faschistischen Zwischenfall“. Die Täter hätten ihn wegen seiner Haltung in der Namensfrage zur Lösung der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien (UNO-Kurzbezeichnung: FYROM) attackiert. Sie hätten ihm vorgeworfen „Makedonien verkauft“ zu haben, so Konstantineas.
Die Regierungspartei SYRIZA sprach anschließend in einer Mitteilung von einer „faschistische Attacke“. Gerichtet sei dies gegen „alle demokratischen Bürger“. Auch von der Opposition wurde der Vorfall scharf verurteilt. Die konservative Nea Dimokratia (ND) stellte in einer Mitteilung fest, dass derartige Praktiken „keinen Platz in der Demokratie“ hätten.
Die kommunistische Partei KKE erklärte, dass die Bevölkerung den Kampf gegen die faschistische Gewalt verstärken müsse. Auch die liberale „To Potami“ kritisierte den Vorfall. Die Gewalt habe in der politischen Kontroverse nichts zu suchen.
Stellung zu diesem Vorfall hat auch der rechtspopulistische Regierungspartner ANEL bezogen: Patriotismus sei nicht mit Gewalt gleichzusetzen. Der Einsatz fürs Vaterland sei ein Kampf für die Mitbürger und ihre Freiheit. Dies müsse mit allen zur Verfügung stehenden demokratischen Mitteln geschehen.
Die ANEL ist erbitterter Gegner einer vor gut drei Monaten zwischen Athen und Skopje vereinbarten Lösung der Namensfrage. Dieser Vereinbarung zufolge soll die FYROM in „Republik Nord-Mazedonien“ umbenannt werden. Zudem sollen Staatsbürgerschaft und Sprache der Menschen dort künftig „mazedonisch“ heißen.
Das Thema hat eine nicht zu unterschätzende innenpolitische Dimension. Sollte es zur Abstimmung im griechischen Parlament kommen, hatte der ANEL-Vorsitzende Panos Kammenos damit gedroht, die Regierung zu stürzen. Der Rechtspopulist ist im Kabinett Tsipras Verteidigungsminister. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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