Energie und Sicherheit im östlichen Mittelmeer ohne die Türkei Tagesthema

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Foto (© Pressebüro des Premierministers/Andrea Bonetti) Foto (© Pressebüro des Premierministers/Andrea Bonetti)

Eine Brücke der Kooperation und der Stabilität baut sich im östlichen Mittelmeer auf. Am Mittwoch hat das sechste Dreiländertreffen zwischen Griechenland, Zypern und Israel in Jerusalem stattgefunden.

In einer gemeinsamen Bekanntmachung haben sich die Staats- bzw. Regierungschefs dieser drei Länder für die Förderung des Friedens, der Stabilität, der Sicherheit und des Wohlstandes in der Region ausgesprochen. Vor allem geht es um die Energiesicherheit im östlichen Mittelmeer. Im Mittelpunkt des Treffens stand die Pipeline „East Med“. Diese soll Erdgas von Israel aus durch die Ägäis und über Westgriechenland nach Italien bzw. in die übrigen Länder Europas transportieren. Die East Med soll in der Ägäis in großer Tiefe verlegt werden. Dadurch würde sie etwa vor möglichen Terrorangriffen abgeschirmt, meinen Experten. Der Ministerpräsident Israels Benjamin Netanjahu stellte fest: „Wenn wir die Pipeline bauen, müssen wir sie auch beschützen.“ Er sprach zudem von einer der besten regionalen Kooperationen auf der Welt. Für den Bau der East Med werden sechs Milliarden Euro benötigt.
Ehrengast beim Treffen in Jerusalem waren die USA mit Außenminister Mike Pompeo. Letzterer versicherte, dass sich die Energiekolosse aus den USA, die sich an dem Projekt beteiligen wollen, für Sicherheit und Stabilität in der Region einsetzen wollen. Zypernpräsident Nikos Anastasiadis bewertete die Anwesenheit von Pompeo in Jerusalem als einen Beweis dafür, dass die drei ostägäischen Länder „verlässliche Partner“ der USA seien. Griechenlands Ministerpräsident Alexis Tsipras schätzte ein, dass diese Pipeline zum Dialog für die Sicherheit und das wirtschaftliche Wachstum in der Region beitragen werde.
Die zyprische Zeitung „Fileleftheros“ schätzte ein, dass die vier Politiker bei ihrem Treffen die Türkei zu einer Art „Achse des Bösen“ abgestempelt hätten, ohne diese dabei jedoch ausdrücklich zu erwähnen. Die Rede sei von „schlechten Einflüssen im östlichen Mittelmeer sowie im Nahen Osten“ gewesen. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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