Demonstration auf zwei Rädern: Kein Blut an den Händen der Bosse! Tagesthema

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Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden während der Kundgebung am Donnerstag vor dem Parlament in Athen. Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden während der Kundgebung am Donnerstag vor dem Parlament in Athen.

Sie wurden am Donnerstag (11.4.) zu einer kleinen Attraktion in Athen: Mehr als 1.000 Mitarbeiter aus dem Kurier- und Lieferantengewerbe haben in der griechischen Hauptstadt eine Demonstration auf ihren Motorrädern veranstaltet. Ihr Motto lautet: „Kein Blut an den Händen der Bosse.“

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Treffpunkt war der hauptstädtische Areos-Platz. Anschließend bewegte sich die Motorrad- und Moped-Karawane zum Parlament und von dort aus bis hin zum Arbeitsministerium. Diese Demonstration war jenen Kollegen im ganzen Land gewidmet, die während der Arbeit ihr Leben verloren haben. Die Angestellten beim Zulieferdienst, vor allem solche die Kaffee oder Essen transportieren, fordern eine eigene Zunft und entsprechende Rahmentarifverträge. Zudem wollen sie durchsetzen, dass ihnen von ihrem Arbeitgeber die jeweiligen Verkehrsmittel zur Verfügung gestellt werden. Außerdem fordern sie Helme, Regenschutz und sonstige Ausrüstung, um besser für ihre Sicherheit sorgen zu können.

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Es hat sich in Griechenland eingebürgert, dass die Arbeitnehmer im Lieferdienst, der meist von Gaststätten oder Cafés betrieben wird, mit ihrem eigenen Fahrzeug unterwegs sein müssen. In vielen Fällen müssen sie auch Benzin und Versicherungsbeiträge selbst zahlen. Die Demonstranten erinnern daran, dass sie unter allen Wetterbedingungen zur Arbeit erscheinen. Aus diesen Gründen wollen sie erreichen, dass ihr Job in die Kategorie der schweren und gesundheitsschädigenden Berufe aufgenommen wird.
Ähnliche Demonstrationen haben auch in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki und anderen Städten stattgefunden. Die Beteiligten rufen die Bürger dazu auf, am Donnerstag weder Speisen noch Kaffee bei entsprechenden Lieferdiensten zu bestellten, um damit ein Zeichen der Solidarität zu senden. (Griechenland Zeitung/eh)

 

 

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