Athen, Washington und die EU protestieren gegen türkische Provokation

Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand 2017 während eines Treffens zwischen dem griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos (r.) und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand 2017 während eines Treffens zwischen dem griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos (r.) und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Die Türkei will in der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) Zyperns nach Erdöl- und Erdgas bohren. Zu diesem Zweck hat Ankara bereits das Bohrschiff „Fatih“ in die Region entsandt.

Sowohl Athen als auch die EU reagierten scharf gegen dieses Vorgehen. Griechenlands Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos stellte fest: „Die Türkei kann nicht das internationale Seerecht in Frage stellen.“ Ankara müsse das internationale und europäische Recht respektieren, worin auch jene Themen, die die AWZ betreffen, genau festgelegt seien. Die Achtung des internationalen Seerechts werde sowohl seitens der EU als auch der Verbündeten der NATO gefordert. Mit Blick auf die Republik Zypern, die EU-Mitglied ist, ergänzte der griechische Staatspräsident, dass die „Vergangenheit uns nicht spalten, sondern lehren“ müsse.
Rasch reagierte auch die EU auf die türkischen Provokationen. Am Samstag appellierte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini an die Türkei sich zurückzuhalten. Die EU werde „auf jede illegale Tat, die die Rechte Zyperns verletzt, angemessen reagieren“, so Mogherini.
Aus dem US-Außenministerium wurde nicht zuletzt die Sorge zum Ausdruck gebracht, dass das Vorgehen Ankaras für Instabilität in der Region sorgen könnte. Ähnliche Reaktionen gab es u. a. aus Russland, Ägypten und Israel. Angesichts der jüngsten Entwicklungen wird am Mittwoch dieser Woche (8. Mai) der griechische Verteidigungsminister Evangelos Apostolakis in Nikosia Unterredungen mit seinem zyprischen Amtskollegen Savvas Angelidis führen.
Zypern ist nach einer türkischen Invasion im Jahre 1974 in den türkischsprachigen Norden und den griechischsprachigen Süden geteilt. Ankara betrachtet sich nach wie vor als Garantiemacht für den Inselstaat; es ginge vor allem darum, die Rechte der türkischsprachigen Zyprer zu gewährleisten, so die Argumentation. Die Türkei unterhält noch immer mehr als 30.000 Besatzungssoldaten auf der Insel. (Griechenland Zeitung/eh)



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