Mitsotakis auf Zypern: erster Staatsbesuch des griechischen Premiers Tagesthema

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Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden am Montag während des offiziellen Besuchs des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis (l.) auf Zypern. Unsere Fotos (© Eurokinissi) entstanden am Montag während des offiziellen Besuchs des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis (l.) auf Zypern.

Premierminister Mitsotakis stattet seit Montag (29.7.) Zypern einen offiziellen Besuch ab. Es ist seine erste offizielle Reise nach seiner Amtsübernahme Anfang Juli. Mit Zypernpräsident Anastasiadis sprach er zum Auftakt über die Lösung der Zypernfrage, aber auch über türkische Provokationen in der Ägäis.

Zypernpräsident Nikos Anastasiadis konnte am Montag dem griechischen Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis persönlich zu dessen Wahlsieg am 7. Juli gratulieren. Anlass dafür ist eine zweitägige Reise von Mitsotakis nach Zypern: dessen erster offizieller Staatsbesuch nach Amtsübernahme. Gemäß der Tradition absolvieren griechische Regierungsoberhäupter diesen in Nikosia. Seine zweite offizielle Reise wird den griechischen Ministerpräsidenten Ende August nach Berlin führen, wo eine Begegnung mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Programm steht.

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Rückzug der Besatzungstruppen gefordert
Gegenüber Journalisten stellte der Premier in Nikosia fest, dass er sich vorrangig dafür einsetzen wolle, dass die „türkische Besatzung“ auf Zypern beendet werde. Es sei keine Lösung der seit 1974 anhaltenden Zypernfrage möglich, wenn Ankara seine Truppen nicht von der Insel zurückziehen werde, so Mitsotakis.
Auch angesichts türkischer Provokationen in der ausschließlichen Wirtschaftszone des Inselstaates könne Nikosia auf griechische Unterstützung zählen. Der Besucher aus Athen verwies zudem darauf, dass sich das diesbezügliche Vorgehen Ankaras „verschärft“ habe.
In diesem Zusammenhang lobte er Kooperationen zwischen Griechenland, Zypern und andere Staaten des östlichen Mittelmeers: etwa mit Israel, Ägypten, Jordanien und dem Libanon. Diese engere Zusammenarbeit könne zu mehr Wohlstand und Frieden in der Region führen, so die generelle Einschätzung.

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Wiederaufnahme der Verhandlungen
Anastasiadis sprach seinerseits von der Wiederaufnahme der Verhandlungen zur Lösung der Zypernfrage. Er bedankte sich bei Athen für die gewährte andauernde Unterstützung. Er kündigte an, dass er sich in der kommenden Woche mit dem politischen Führer der Volksgruppe im türkischsprachigen Nordteil der geteilten Insel, Mustafa Akinci, treffen werde. Die Lösung der Zypernfrage werde dabei unweigerlich ganz oben auf der Themenliste stehen.
Anastasiadis sprach sich für eine Lösung aus, „die weder Gewinner noch Verlierer“ haben werde. Sie müsse tragfähig sein und die Menschenrechte garantieren; damit müssten die Rechte aller Zyprer gewährleistet werden: der griechischsprachigen sowie auch der türkischsprachigen.
Weitere Themen, die zwischen Anastasiadis und Mitsotakis besprochen wurden, sind die Flüchtlingskrise, der Klimawandel, der Brexit sowie ein Europa, „das den Erwartungen seiner Bürger gerecht wird“, wie es Anastasiadis gegenüber Journalisten ausdrückte. In diesem Sinne erklärte er, dass die inmitten der Finanz- und Wirtschaftskrise begonnene Kooperation der sieben EU-Mittelmeerstaaten vertieft werden müsse. (Griechenland Zeitung / eh)

 

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