Piräus soll zum größten Hafen Europas mit Hilfe Chinas werden Tagesthema

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Unsere Fotos (© Pressebüro des Ministerpräsidenten) entstanden während des Besuches des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis in Shanghai. Unsere Fotos (© Pressebüro des Ministerpräsidenten) entstanden während des Besuches des griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis in Shanghai.

Im Rahmen einer internationalen Expo stattet Premier Mitsotakis Shanghai einen offizielle Besuch ab. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema von Investitionen. Hervorgehoben wurde vor allem der Einsatz der Cosco im Hafen von Piräus.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis stattet seit dem Wochenende China einen offiziellen Besuch ab. Anlass ist eine Messe unter dem Namen China International Import Expo 2019, die vom 5. bis 10. November in Shanghai stattfindet. Griechenland ist dabei eines der Ehrenländer.
Vor diesem Hintergrund traf sich Mitsotakis auch mit dem Parteisekretär der Kommunistischen Partei Chinas der Stadt Shanghai, Li Qiang. Besprochen wurden vor allem Entwicklungen im Bereich Tourismus – im kommenden Jahr erhofft sich Athen bis zu 500.000 Besucher aus China. Ein weiteres Gesprächsthema waren Investitionen der Reederei China Ocean Shipping Company (COSCO) im Hafen von Piräus. Mitsotakis brachte seinen Wunsch zum Ausdruck, Piräus zum größten Hafen Europas auszubauen.

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Wichtige Investition
Der Premier traf sich in Shanghai außerdem mit dem Vorsitzenden der COSCO Shipping, Xu Lirong, der kürzlich noch die Investition bei Athen geleitet hatte. Letzterer stellte fest, dass Piräus mittlerweile der größte Hafen im Mittelmeer und einer der zehn größten auf der Welt geworden sei.
Mitsotakis zeigte sich interessiert, dass ein Investitionsplan der Cosco in Piräus vorangetrieben wird. 2010 hätten die Chinesen einen Hafen übernommen, dessen Betrieb damals nur auf Sparflamme gelaufen sei, sagte er. Mittlerweile beschäftige Cosco in Piräus 3.000 Arbeitnehmer. Er freue sich auch auf den Bau neuer Hotels in der Hafenstadt. Vor allem den Ausbau der Infrastruktur für den Kreuzfahrtschiffhafen würdige das griechische Regierungsoberhaupt. Mitsotakis erinnerte daran, dass China Investition mitten in der akuten Finanz- und Wirtschaftskrise in Griechenland durchgeführt hatte. Die ersten Unterschriften dafür waren bereits 2009 gefallen, kurz darauf, im Frühling 2010, war auch offiziell die noch immer anhaltende Krise ausgebrochen. Der Premier begrüßte außerdem das chinesische Interesse, in griechischen Werften zu investieren.

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Appell an Investoren
„Die Investition der Cosco in Piräus ist das Beispiel eines Unternehmens, das es gewagt hat, in Griechenland zu einem Zeitpunkt zu investieren, den der Rest der Welt als undenkbar empfand.“ Dies stellte Premier Mitsotakis während eines Forums fest, an dem sich griechische und chinesische Unternehmer beteiligten. Nun benötige Griechenland Investitionen mehr denn je: Die Preise auf dem Immobilienmarkt würden jährlich um 10 % steigen, prognostizierte er. Gleichzeitig sei der Tourismus im Wachsen begriffen, während die Arbeitslosigkeit immer weiter sinke.
Er hob außerdem hervor, dass griechische Reeder in den vergangen fünfzehn Jahren etwa 1.000 Schiffe auf chinesischen Werften bauen ließen; mehr als 50 Milliarden Dollar seien dafür investiert worden.
Gegenüber der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua betonte er, dass Athen auch eine engere Kooperation in den Bereichen Landwirtschaft, Transport, Infrastruktur, Handelsschifffahrt, Energie und Tourismus mit Peking anstrebe.

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Griechische Exporte
Letztendlich weihte Mitsotakis eine Produktionsstelle des griechischen Aufzugbauers „Kleemann Group“ in Shanghai ein. Das Unternehmen hatte Anfang der 80er Jahre das entsprechende Know-How vom deutschen Unternehmen „Kleemann Hubtechnik GmbH“ übernommen. Die Produktion begann 1986 in der Nähe der nordgriechischen Stadt Kilkis. Heute exportiert die Kleemann Group in rund 100 Länder; seit 2015 auch nach Deutschland.

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Während seines Aufenthaltes in Shanghai traf sich Mitsotakis auch mit dem Staatspräsidenten der Volksrepublik China Xi Jinping. Dieser wird vom 10. bis 12. November Athen einen offiziellen Besuch abstatten.
(Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

 

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