Russisch-orthodoxe Kirche mit Athener Erzbischof im Clinch Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Erzbischof von Athen und ganz Griechenland Hieronymos. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt den Erzbischof von Athen und ganz Griechenland Hieronymos.

Der Patriarch von Moskau Kyrill kündigte am Wochenende die „eucharistische Gemeinschaft“ mit dem Erzbischof von Athen Hieronymos auf. Hintergrund ist die Anerkennung der Autokephalie der orthodoxen-Kirche der Ukraine durch Hieronymos. Dies könnte vor allem auch Auswirkungen für den Tourismus nach sich ziehen.

Die schlechten russisch-ukrainischen Beziehungen haben auch das Verhältnis zwischen der russisch- und der griechisch-orthodoxen Kirche erschüttert. Kyrill I., Patriarch von Moskau und der ganzen Rus, kündigte am Wochenende die „eucharistische Gemeinschaft“ mit dem Erzbischof von Athen und ganz Griechenland Hieronymos auf. Das bedeutet in der Praxis u. a., dass der Name des griechischen Kirchenführers zum Abschluss des Sonntagsgottesdienstes nicht mehr erwähnt wird. Das gleiche gilt bereits für den Ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel Bartholomäus.
Hintergrund ist die Anerkennung der Autokephalie der orthodoxen-Kirche der Ukraine durch Hieronymos. Was den Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus betrifft, so hatte dieser der Loslösung der ukrainisch-orthodoxen Kirche vom Patriarchat in Moskau bereits vor einem Jahr zugestimmt. Ein Sprecher der russischen Kirche sprach damals von einer „illegitimen Entscheidung von Konstantinopel“. Deshalb könne man „nicht in Gemeinschaft mit dieser Kirche stehen“. – Der Staatspräsident Russlands Wladimir Putin sah damals eine US-Amerikanische Intervention hinter dieser Entscheidung.
Die russisch-orthodoxe Kirche hat nun eine Liste mit Kirchen und Klöstern in Griechenland veröffentlicht, die nicht für den Pilgertourismus geeignet seien. Diese befinden sich u. a. in Athen, in Langada bei Thessaloniki, Veria in Nordgriechenland, Trikala, Arta sowie bei Volos in Mittelgriechenland. Das läuft den ambitionierten Zielen des griechischen Tourismusministeriums zuwider: Athen hatte in den vergangenen Jahren intensiv versucht, den Pilgertourismus aufzuwerten.

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Ansicht des Heiligen Berges Athos

Die griechisch-orthodoxe Kirche ist mit der russisch-orthodoxen Kirche traditionell sehr eng verbunden. Tausende Russen statten jedes Jahr Griechenland einen Besuch ab, vor allem wenn es darum geht, eines der zahlreichen orthodoxen Klöster zu besuchen. Besonders beliebt ist dabei die Mönchsrepublik auf dem Heiligen Berg Athos auf der Chalkidiki in Nordgriechenland. Das dortige Kloster des Heiligen Panteleimon ist russisch-orthodox. Weiterhin gibt es auf dem Athos ein serbisches, ein bulgarisches und siebzehn griechisch-orthodoxe Klöster. (Griechenland Zeitung / eh)


 

 

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