Prozess gegen Chryssi Avgi nimmt eine andere Wendung

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Archivfoto (© Eurokinissi) Archivfoto (© Eurokinissi)

Für eine unerwartete Wendung im Prozess gegen die faschistische Chryssi Avgi (CA) sorgte am Mittwoch (18.12.) die zuständige Staatsanwältin Adamantia Ikonomakou. Sie vertritt in ihrem Plädoyer die Ansicht, dass sich hinter der CA keine kriminelle Organisation verberge. Auf dieser Basis stellte sie den Antrag, dass die gesamte politische CA-Führung von den gegen sie erhobenen Vorwürfen freigesprochen werden müsse.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft stand die Ermordung des Musikers Pavlos Fyssas am 18. September 2013, der der politisch linken Szene zugeordnet wurde. Dem Täter Jorgos Roupakias will die Staatsanwältin hingegen keinerlei mildernde Umstände zuerkennen. Er habe weder in Form von Selbstverteidigung noch in einem Augenblick von Unbeherrschtheit gehandelt. Die 17 Mitglieder der CA, die sich ebenfalls vor Gericht verantworten müssen, hätten mit der Ermordung von Fyssas nichts zu tun. Den Ermittlungen zufolge habe Roupakias von der Parteispitze nicht den Auftrag erhalten, den Musiker zu ermorden, so das Fazit der Staatsanwältin.
Bei anderen Straftaten, an denen sich Mitglieder der CA beteiligt hatten, handle es sich ihren Erkenntnissen zufolge um „isolierte Vorfälle“. Bei einem brutalen Überfall auf Fischer aus Ägypten sowie gegen Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft PAME könne man nicht von einem gezielten Mordversuch sprechen, sondern höchstens – und auch das nur vereinzelt –von absichtlicher Körperverletzung, so Ikonomakou. – Das Gericht soll im Frühling ein Urteil fällen.
Der Mord an Fyssas hatte dazu geführt, dass die gesamte politische Führung der damals im Parlament vertretenen Partei verhaftet worden war. In diesem groß angelegten Fall versuchte die Klägerseite vor allem zu beweisen, dass es sich bei der CA um eine kriminelle Organisation handeln könnte. (Griechenland Zeitung / eh)

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