Griechenland treibt den Bau des Grenzzaunes am Evros-Fluss voran

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt einen Teil des Grenzzauns zur Türkei in Kastanies in der Region Evros. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) zeigt einen Teil des Grenzzauns zur Türkei in Kastanies in der Region Evros.

Der Bau des Grenzzauns zur Türkei in der nordgriechischen Region Evros wird ungehindert fortgesetzt. Das stellte Regierungssprecher Stelios Petsas am Montag (25.5.) gegenüber Journalisten fest. In den kommenden zehn Tagen werde das Unternehmen bekannt gegeben, das dieses Projekt realisieren soll. „Wir unternehmen alles Nötige, um unsere Grenze sowie die Hoheitsrechte auf See sowie auch auf dem Festland zu wahren“, fügte Petsas hinzu.

Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sprach von „technischen Problemen“ an der Grenze. Er zeigte sich zufrieden über den Stand der griechisch-türkischen Beziehungen und ergänzte, dass Griechenland der Situation voller Selbstvertrauen gegenüberstehe.
Auch Außenminister Nikos Dendias dementierte jegliche Gerüchte: Der Grenzverlauf sei klar festgelegt, auch wenn sich die Morphologie des Grenzflusses Evros in seinem Südteil verändert habe. Der Minister erklärte in einem Interview, dass Ankara lediglich auf den Bau des Grenzzauns reagiert habe. Die Grenze an sich sei jedoch nicht in Frage gestellt worden, so Dendias. – Zuvor hatte die Gerüchteküche in verschiedenen Medienberichten gesprudelt; es hieß, dass die Türkei vorhabe, einen Teil des griechischen Territoriums für sich zu vereinnahmen.
Aus den Reihen der Oppositionspartei SYRIZA sprach der Parlamentarier Dimitris Tzanakopoulos, ehemals Regierungssprecher unter Premier Alexis Tsipras, von „Heuchelei“ und „Dummheit“ seitens der Regierung. Diese habe Anfang des Jahres „beinahe einen Krieg gegen Immigranten und Flüchtlinge ausgerufen“, die vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan lediglich benutzt worden seien, um den Versuch zu unternehmen, die Grenze zu überwinden.
Zusätzlich warf Tzanakopoulos der Regierung vor, eine Verbalnote an die Adresse Ankaras gerichtet zu haben, „ohne jemanden darüber zu informieren“. In diesem Rahmen beschuldigte der Oppositionspolitiker die Regierung „die Besonnenheit“ verloren zu haben. Vor allem aber verfüge sie über keine Strategie für die griechisch-türkischen Beziehungen. (Griechenland Zeitung / red)

 

 

 

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