Türkische Provokationen sollen beim EU-Gipfel auf die Tagesordnung

  • geschrieben von  Elisa Hübel
Unser Archivfoto entstand 2018 und zeigt den jetzigen griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. Unser Archivfoto entstand 2018 und zeigt den jetzigen griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis mit Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz.

Türkische Provokationen in der Ägäis sollen beim nächsten EU-Gipfeltreffen im Juli auf die Tagesordnung rücken. Einen entsprechenden Vorschlag brachte Griechenlands Premierminister Kyriakos Mitsotakis am Freitag während eines Treffens des Europarates ein.

 Regierungssprecher Stelios Petsas wiederholte zum gleichen Thema, dass es im Interesse Ankaras liege, provokative Aktivitäten einzustellen, um dadurch von der EU als stabiler Partner behandelt zu werden.

Auf das Verhalten der Türkei gegenüber Griechenland bezog sich auch Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz. In einem Interview für die Sonntagsausgabe der in Athen erscheinenden liberal-konservativen Zeitung „Kathimerini“ stellte er fest, dass es die EU nicht erlauben dürfe, von der Türkei erpresst zu werden. Er bezog sich dabei auf Ereignisse Ende Februar an der nordgriechischen Grenze. Damals hatten Flüchtlinge von türkischem Territorium aus versucht, gewaltsam die Grenze zu durchbrechen, offenbar mit Hilfe bzw. unter Duldung türkischer Behörden. Zur Unterstützung schickte Österreich damals Beamte nach Griechenland, um die Grenze zu sichern, die zugleich eine EU-Außengrenze sei, so Kurz. Eine entsprechende Botschaft habe man damit an die Adresse der Türkei senden wollen.

Ebenfalls in der Kathimerini meldete sich am Sonntag der türkische Botschafter in Athen, Burak Özügergin, zu Wort. Er stellte fest, dass seine Regierung „das sagt, was sie tut und das tut, was sie sagt“. Gemünzt war dies auf die von Ankara angekündigten Forschungen nach fossilen Brennstoffen im östlichen Mittelmeer, wobei der Festlandsockel griechischer Inseln wie Rhodos, Karpathos und Kasos schlicht ignoriert wird. Zugleich aber plädierte der Diplomat für einen Dialog zwischen beiden Staaten, man sei offen für Gespräche mit Athen. (Griechenland Zeitung / eh)

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