Auf der Suche nach Verständigung im Mittelmeer: Dendias in Italien und Libyen Tagesthema

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Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand während eines Treffens zwischen Außenminister Nikos Dendias und seiner libyschen Amtskollegin Najla Al-Mangoush. Unser Archivfoto (© Eurokinissi) entstand während eines Treffens zwischen Außenminister Nikos Dendias und seiner libyschen Amtskollegin Najla Al-Mangoush.

Außenminister Nikos Dendias hat am Mittwoch (16.11.) einen offiziellen Besuch in Rom absolviert. Einen weiteren offiziellen Besuch in der libyschen Hauptstadt Tripolis, der am Donnerstag (17.11.) während eines geplanten Zwischenstopps auf dem Programm stand, sagte er hingegen aus diplomatischen Gründen ab.

Italien ist der wichtigste Handelspartner für Griechenland. Dieses Statement hat Außenminister Nikos Dendias am Mittwoch (16.11.) während eines offiziellen Besuchs in Rom und nach einem Treffen mit seinem italienischen Amtskollegen Antonio Tajani gemacht. Dabei verwies Dendias u. a. darauf, dass die bilateralen Transaktionen im vergangenen Jahr bei neun Milliarden Euro gelegen hätten.

„Weg des Friedens“
Einig sind sich die beiden Außenminister auch darin gewesen, dass sie ähnliche Herausforderungen in der Migrationsfrage überwinden müssten. Auf dem Gesprächstisch lag außerdem eine Vereinbarung, die bereits vor zwei Jahren getroffen worden war. Diese betrifft die Ausschließliche Wirtschaftszone des jeweiligen Landes. Dieses Abkommen basiere auf dem Internationalen Recht und dem Internationalen Seerecht, erklärten die beiden Minister. Dabei hob Dendias hervor, dass ihre Begegnung genau zum 28. Jahrestag seit dem Inkrafttreten des Internationalen Seerechtes der Vereinten Nationen stattgefunden habe. Er verlieh Seiner Hoffnung Ausdruck, dass alle Länder im Mittelmeer „den Weg des Friedens, der Kooperation und der Freundschaft nach dem Vorbild Griechenlands und Italiens beschreiten“.

Illegales Abkommen
Letztendlich informierte Dendias seinen Gesprächspartner über einen bevorstehenden offiziellen Besuch in der libyschen Hafenstadt Bengasi. Im Gespräch setzte sich der Gast aus Athen u. a. auch für die Durchführung von Wahlen in Libyen ein. In diesem Rahmen informierte er Tajani über ein Abkommen, das im Jahr 2019 zwischen Libyen und der Türkei unterzeichnet worden ist. Dieses betrifft die bilaterale Wirtschaftszone der beiden Länder, wobei allerdings die gerechtfertigten Ansprüche Griechenlands völlig übergangen wurden. Dendias bezeichnete dieses Memorandum als „illegal“ und „absurd“. Es sei etwa so, als würden Griechenland und Tunesien ihre bilaterale Wirtschaftszone festlegen, ohne dabei Sizilien zu berücksichtigen, beschrieb der griechische Außenminister die Situation.

Diplomatische Episode
Nach dem Treffen in Rom hat sich am Donnerstag eine kleine diplomatische Episode zwischen Griechenland und Libyen ereignet. Vor seiner geplanten Anreise in Bengasi wollte Dendias noch einen Zwischenstopp in Tripolis einlegen, wo er sich mit dem Präsidentsratsvorsitzenden bzw. Staatschef Libyens Mohamed Yunus al-Menfi treffen wollte. Kurzfristig wurde dieses Treffen jedoch abgesagt, weil sich herausstellte, dass Dendias von seiner libyschen Amtskollegin Najla Al-Mangoush abgeholt werden sollte. Bei ihr handelt es sich um jene Politikerin, die das besagte türkisch-libysche Memorandum unterzeichnet hatte. Aus diesem Grund flog die Maschine mit dem Chefdiplomaten aus Athen sofort weiter in Richtung Bengasi. (Griechenland Zeitung / eh) 

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