Login RSS

Große Beteiligung am Generalstreik in Griechenland: Erinnerung an tödliches Bahnunglück Tagesthema

  • geschrieben von 
Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am Mittwoch (28.2.) vor dem Parlament in Athen. Unser Foto (© Eurokinissi) entstand am Mittwoch (28.2.) vor dem Parlament in Athen.

Mehr als 20.000 Menschen haben am Mittwoch (28.2.) in Athen eine Protestkundgebung durchgeführt. Eingebettet war diese in einen Generalstreik, der ein Jahr nach dem tödlichen Zugunglück von Tempi durchgeführt wurde. Dabei waren 57 Menschen ums Leben gekommen.

Gefordert wurden außerdem Gehaltserhöhungen. Zeitgleich wurde gegen die hohen Lebenshaltungskosten protestiert. Dazu aufgerufen hatten die Dachgewerkschaft Öffentlicher Dienst (ADEDY) und zahlreiche weitere Gewerkschaften. Daran haben sich u. a. die Angestellten der Griechischen Bahn, der Athener Nahverkehrsmittel, Taxi-Fahrer, Seemänner, Lehrer, Bankangestellte sowie Krankenhauspersonal beteiligt. Streikbedingt blieben auch die Gerichtssäle geschlossen. Eine Beteiligung der Fluglotsen wurde hingegen in letzter Minute als „missbräuchlich“ untersagt. Hingewiesen hat die Branche dennoch auf gravierende Sicherheitsmängel. Die im Einsatz befindlichen Systeme seien veraltet, außerdem bestehe chronischer Personalmangel. Der Regierung warfen die Fluglotsen indirekt vor, aus dem Zugunglück bei Tempi „nichts gelernt“ zu haben.
Die ADEDY wies darauf hin, dass die tatsächlichen „Verantwortlichen der Tragödie noch keine Rechenschaft über ihre kriminellen Taten“ abgelegt hätten. Man werde sich weiterhin dafür einsetzen, dass die Verantwortungen nicht vertuscht werden, so die ADEDY. Weiterhin wiesen die Gewerkschafter darauf hin, dass etwa neueingestellte Lehrer auf abgelegenen Inseln 734 Euro monatlich erhalten würden. Gleichzeitig müssten sie allein für die Unterkunft zwischen 350 bis 500 Euro pro Monat an Miete zahlen. Bei den Krankenschwestern liege der Lohn sogar nur bei 680 Euro, so die ADEDY. In diesem Sinne fordern sie Gehaltserhöhungen, damit die Arbeitnehmer angesichts der Inflation standhalten könnten.
Im Rahmen der Demonstrationen ist es in Athen und Thessaloniki zu Ausschreitungen zwischen vermummten Chaoten und der Polizei gekommen. Ein Reporter des Nachrichtenportals Proto Thema soll von Mitgliedern der Bereitschaftspolizei MAT grundlos attackiert worden sein. In seiner Hand habe er seinen Journalistenausweis gehalten und sich auch als solcher zu erkennen gegeben.
Größere Demonstrationen wurden auch in anderen Landesteilen, wie etwa in der Hafenstadt Patras auf der Peloponnes, abgehalten. In der mittelgriechischen Stadt Larissa wurde ein Denkmal für die 57 Opfer des Zugunglücks enthüllt. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)

 

Nach oben

 Warenkorb