Neue Parteien in Bereich der Mitte und Mitte-Links könnten die politische Bühne in Griechenland nachhaltig verändern. Laut einer aktuellen Umfrage könnten zwei bislang noch nicht gegründete Parteien auf Anhieb erfolgreich bei den Wählern punkten.
Die Bereiche der politischen Mitte und Mitte-Links könnten in Griechenland künftig noch härter umkämpft werden als bisher. Zwei Parteien, deren Gründung bisher lediglich in Aussicht gestellt wurde, könnten laut einer Umfrage in der Wählergunst den zweiten und den vierten Platz besetzen. Erstellt wurde diese Erhebung vom Meinungsforschungsinstituts Interview für die Zeitung Political.
Konkret geht es um zwei politische Formationen, die dem Vernehmen nach von Maria Karystianou bzw. von Alexis Tsipras gegründet werden sollen. Erstere hatte durch ein tödliches Zugunglück im Februar 2023 ihre Tochter verloren. Und was Tsipras betrifft, so lenkte dieser von 2015 bis 2019 als Ministerpräsident die Geschicke des Landes. Nach weiteren Wahlniederlagen 2023 sah er sich zum Rücktritt als Vorsitzender des Bündnisses der Radikalen Linken (SYRIZA) gezwungen.
Karystianou hat sich als Vorsitzende der Angehörigen der Unfallopfer einen Namen gemacht, wodurch sie einer größeren Öffentlichkeit bekannt wurde. Zu ihren Zielen gehört es, die genauen Ursachen des Zugunglücks herauszufinden. Ihrer Meinung nach soll es Vertuschungsversuche bei den diesbezüglichen Ermittlungen gegeben haben. Unterstützung erhalten würde sie bei einer Kandidatur für das Parlament laut dieser Umfrage vor allem von unentschlossenen und politisch enttäuschten Bürgern.
Trotz dieser Optionen würde die konservative Regierungspartei Nea Dimokratia (ND) die meisten Stimmen erhalten. Würden zum gegenwärtigen Zeitpunkt Parlamentswahlen durchgeführt, käme sie auf 23,9 %. Bereits auf dem zweiten Platz folgt demnach die noch zu gründende Partei von Karystianou (14,5 %). Die derzeit größte Oppositionspartei PASOK käme auf 10,5 % und kurz dahinter die ebenfalls noch nicht ins Leben gerufene Tsipras-Partei (10 %). Mit einem Einzug ins Parlament könnten auch die kommunistische KKE (5,5 %), die rechtspopulistische Griechische Lösung (5 %), die Plefsi Eleftherias (4,5 %) und die Foni Logikis (3,2 %) rechnen.
Durchgeführt wurde diese als repräsentativ geltende Erhebung zwischen dem 9. und dem 12. Januar. Befragt wurden in ganz Griechenland 2.709 Personen im Alter von über 17 Jahren. (Griechenland Zeitung / eh)