Am Sonntag endete die 31. Landwirtschaftsmesse „Agrotica“ in Thessaloniki. Minister Kostas Tsiaras betonte die strategische Rolle des Agrarsektors für Wirtschaft, Exporte und nationale Identität und kündigte umfassende Fördermaßnahmen für Landwirte an. Im Rahmen der Messe hatten Landwirte u. a. für faire Preise demonstriert.
Die diesjährige 31. Landwirtschaftsmesse „Agrotica“, die traditionell in der nordgriechischen Metropole Thessaloniki stattfand, ging am Sonntag zu Ende. Ihr Motto lautete: „Keep Growing“. Daran beteiligten sich 1.520 Aussteller aus 42 Ländern. Sie ist die größte Landwirtschaftsmesse in Südosteuropa.
Bauernproteste
Zum Auftakt der Messe hatten sich am Donnerstag Landwirte aus ganz Griechenland mit etwa 60 Traktoren und anderen Fahrzeugen der Landwirtschaft zu einer Demonstration vor dem Messegelände DETh-Helexpo versammelt. Zuvor hatten sie an Beamte der Bereitschaftspolizei MAT, die vor Ort stationiert waren, kostenlos Orangen aus eigener Produktion verteilt.
Die Protestierenden sprachen von einem „andauernden Kampf“, der an die landesweiten Bauernproteste vor nur wenigen Wochen anknüpfen solle. Die Probleme würden sich aufgrund des Krieges im Nahen Osten weiter verschärfen. Die Gewerkschafter beklagten außerdem, dass die Regierung versprochene Maßnahmen noch nicht umgesetzt habe. Ganz im Gegenteil: Die Produktionspreise für die Landwirte seien weiter gestiegen. Sie sprachen von einer „Landwirtschaft, die zunehmend gefährdet ist“.
„Tragender Pfeiler“
Der Minister für Agrarentwicklung und Lebensmittel Kostas Tsiaras erklärte zum Auftakt der Messe in einer Ansprache, dass die Regierung die Auswirkungen internationaler Konflikte auf die Agrarproduktion im Focus habe und die Produzenten entsprechend unterstütze. Er machte deutlich, dass der Agrarsektor für die Regierung nicht nur ein wirtschaftlicher Indikator, sondern ein tragender Pfeiler der nationalen und sozialen Kohäsion sei. Für die Regierung sei der Primärsektor „nicht nur eine Zahl im Bruttoinlandsprodukt (BIP)“; er sei „die tiefste Wurzel unserer nationalen Identität“. Er stellte fest, dass sich „die geopolitischen Spannungen, die Energieunsicherheit, die Folgen der Klimakrise sowie inflationsbedingte Preissteigerungen direkt auf die Produktionskosten und den Alltag der Landwirte auswirken“. Tsiaras betonte anschließend, dass die Regierung über einen „durchdachten Plan zur Unterstützung der Agrarproduktion“ verfüge. Er fügte hinzu, dass „der Primärsektor ein wichtigen Wachstumspfeiler für die Region und die gesamte produktive Wirtschaft“ sei. Die Landwirtschaft trage mit bis zu 4,5 % zum BIP bei – „mehr als doppelt so viel wie der europäische Durchschnitt“. „Und wenn man die Weiterverarbeitung von Primärprodukten einbezieht, liegt ihr Beitrag zum BIP bei über 10 %“, fügte er hinzu. Tsiaras erklärte außerdem, dass im Jahr 2025 3,8 Milliarden Euro in den Primärsektor geflossen seien; 600 Millionen Euro mehr als im Vorjahr.
„Dynamischer Sektor“
Am Sonntag hatte Tsiaras außerdem eine Rede bei einer Exportveranstaltung auf der Food Expo-Messe 2026 gehalten. Daran beteiligten sich mehr als 1.300 Aussteller mit über 50.000 Lebensmittel- und Getränkeprodukten. Tsiaras betonte, dass es das Ziel Griechenlands sei, die Wettbewerbsfähigkeit und die Exporte griechischer Produkte auszubauen. Außerdem unterstrich er die strategische Rolle der griechischen Agrar- und Lebensmittelwirtschaft für die Wirtschaft und die internationale Ausrichtung des Landes. In seiner Rede hob der Minister außerdem hervor, dass „die Agrar- und Lebensmittelwirtschaft zu den dynamischsten Sektoren der nationalen Wirtschaft zählt, indem sie Primärproduktion, Verarbeitung, Gastronomie, Tourismus und Exporte miteinander verbindet“. Er hob hervor, dass die Exporte von Obst- und Gemüseprodukten von 2,2 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 3,2 Milliarden Euro im Jahr 2023 gestiegen seien. Abschließend betonte der Minister, dass es das Ziel der Regierung sei, die Voraussetzungen zu schaffen, damit griechische Produkte auf den internationalen Märkten noch stärker Fuß fassen können. (Griechenland Zeitung / Elisa Hübel)